Montag, 5. Juni 2017

Gelesen: Mein Ein und Alles

Mein Ein und Alles - Andrea Camilleri
Titel der italienischen Originalausgabe: "il tuttomio"
Rohwolt Verlag
ISBN 978-3-499-26789-5

Warum dieses Buch? Preisreduziertes Mängelexemplar bei Thalia und: hey, es ist ein Camilleri!

Berühmt durch seine Krimis, hat Camilleri doch auch kleine Romane geschrieben, dies ist einer davon.

Klappentext:
"Giulio ist wie verzaubert von der jungen Arianna. Sie ist wild wie ein Kind und wunderschön. Vom Tag ihrer Hochzeit an möchte er ihr zurückgeben, was sie ihm alles Gutes tut. Auch das, was er ihr infolge eines gravierenden Unfalls nicht mehr geben kann: Bei den «Donnerstags-Treffen», die Giulio persönlich organisiert, darf sie ausgewählte Männer zum Sex treffen. Aber nur zu bestimmten Bedingungen. Doch die Leidenschaft hält sich nicht an feste Regeln …"

Im ersten Moment scheint man es mit einem locker-leicht-frivolen Sommerbüchlein zu tun zu haben.

Giulio liebt seine junge Frau Arianna, die er auf seltsame Art und Weise kennen gelernt hat, auf einem Friedhof in einem Dorf in den Bergen. Bei aller Liebe und Fürsorge fehlt ihrer Ehe etwas, denn Giulio ist seit einem Unfall kastriert. So entwickelt er den Plan, dass seine Frau, wenn Sie mag, jeden Donnerstag mit einem fremden Mann zusammen sein darf. Keinen von ihnen darf sie mehr als zweimal treffen.

An jenem Morgen war sie mit Giulio an den Strand gefahren. Vor dem Meer bildeten drei stämmige Burschen ein Grüppchen, das waren die Kandidaten.
Giulio und sie hatten sich auf den Liegen ausgestreckt, um die drei hinter dem Schutz ihrer Sonnenbrillen zu mustern.
Dann war dieser Junge aufgetaucht, der offenbar seine eigenen Gründe hatte hierherzukommen. Er hatte sich unter den Sonnenschirm neben ihrem gesetzt und zwei zerschlissene Bücher, ein Heft und einen Kugelschreiber aus seiner Tasche geholt. Er machte sich Notizen. Vielleicht ein Schüler, der die Schule schwänzte.

Mit Mario, so heißt der Junge, läuft etwas aus dem Ruder. Er hält sich nicht an die Spielregeln, hat sich in Arianna verliebt und macht die verrücktesten Dinge, um sie wieder und wieder zu treffen.

Während die Geschichte an Fahrt aufnimmt, sind immer wieder Rückblenden aus Ariannas Leben eingebaut, eine Mischung aus Missbrauch, Armut, Sex, überraschend verstorbenen Gefährten - und einem verborgenen Refugium.

Eine entspannt erzählte Geschichte, die mich im ersten Moment leicht verstört zurück lässt.


Sie überlegt, dass Mario ihr in den nächsten Tagen sehr fehlen wird.
Da kann  man nichts machen, so ist es nun mal leider gekommen.

Kommentare:

  1. Hallo Gudrun,

    Du stellst die ungewöhnlichsten Bücher vor 😊 das gefällt mir. Ich kannte die Autorin/Autor noch nicht, Krimis sind auch nicht so mein Fall, aber die Geschichte hört sich interessant an. Danke dir für den Tipp!

    LG Sonja Béland

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    1. Liebe Sonja, danke für deinen Kommentar. Andrea Camilleri ist ein Autor, in Italien ist der Vorname Andrea ein Männername. Die Geschichte liest sich locker und leicht an einem Abend durch. Nach meinem Pech mit dem letzten Buch brauchte ich so etwas gerade :-)
      L G

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    2. Ah ja ich dachte mir schon das es ein Mann ist :)
      Manchmal hat man leider Nieten dabei...

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