Montag, 1. Mai 2017

Gelesen: Das Mona-Lisa-Virus

Das Mona-Lisa-Virus (Thriller)
von Tibor Rode
Lübbe Taschenbuch (in dieser Größe nennt sich das dann "broschiert")
ISBN 978-3-7857-2567-2

Warum dieses Buch? Es war im letzten Jahr bei einem spontanen Themenkauf "Thriller" dabei.

Klappentext:
"Glaub nicht, was du siehst
Denn der schöne Schein trügt

In Amerika verschwindet eine Gruppe von Schönheitsköniginnen und taucht durch Operationen entstellt wieder auf. In Leipzig sprengen Unbekannte das Alte Rathaus, und in Mailand wird ein Da-Vinci-Wandgemälde zerstört. Gleichzeitig verbreitet sich auf der ganzen Welt ein Computervirus, das Fotodateien systematisch verändert.

Wie hängen diese Ereignisse zusammen? Die Frage muss sich die Bostoner Wissenschaftlerin Helen Morgan stellen, als ihre Tochter entführt wird und die Spur nach Europa führt - hinein in ein Komplott, das in der Schaffung des berühmten Mona-Lisa-Gemäldes vor 500 Jahren seinen Anfang zu haben scheint ...

Ein hochspannender Thriller um den "Bauplan Gottes" und die teuflische Seite der Schönheit - Für alle Fans großer Verschwörungs- und Geheimnisthriller."

Er nickte dem Doktor aufmunternd zu, und während dieser sich schwer atmend vorbeugte und das Skalpell lautlos die erste Hautschicht zerteilte, überkam ihn ein tiefes Glücksgefühl. Ein letztes Mal betrachtete er das von Gott geschaffene Werk vor sich. Nun war es an der Zeit, dass die Menschheit sein Werk kennenlernte...

Schon der Prolog baut Spannung auf, nimmt einen ganz kleinen Teil der Geschichte vorweg, so dass man sich unwillkürlich fragt, wann denn die Stelle kommen mag, wo sich dieses Puzzleteilchen ins große Ganze  einfügen würde. Als es dann so weit ist, packt einen das Grauen.

Mehrere Handlungsstränge an verschiedenen Orten u.a. in Mexiko, den USA, Warschau, Madrid, Paris werden nebeneinander entwickelt, dazu kommen Sequenzen aus einem italienischen Buch, geschrieben um 1500 in Florenz. In bester Cliffhanger-Manier werden die teils kurzen Kapitel abgebrochen und zum nächsten Schauplatz gewechselt.

Helen Morgan, Neurowissenschaftlerin, untersucht, was für die Menschen "Schönheit" ist, was das Empfinden von Schönheit im Gehirn auslöst. Ihre Tochter Madeleine, 16 Jahre alt, wird wegen Magersucht in einer Klinik behandelt und Greg Millner, derzeit suspendierter FBI-Polizist, sind die "Guten" - es geht in der Geschichte um das altbewährte "Gut gegen Böse," auf eine besonders perfide Art.

Alle Schönheitsköniginnen der amerikanischen Bundesstaaten sind unterwegs in ein "Trainingscamp" für die Endrunde, als der komplette Bus entführt und die Mädchen eingesperrt werden. Dr. Ahmed Rahmani, Schönheitschirurg wird erpresst, Dinge zu tun...

Währenddessen beginnt das große Bienensterben überall auf der Welt. Und eine Symbolbiene erscheint überall, wo Dinge geschehen... ein Gebäude gesprengt, eine Wandmalerei zerstört wird.

Helen überflog den Artikel über die Misswahl ein weiteres Mal. Auch betrachtete sie noch einmal die übergroße Biene. Sie stellte sich das Summen einer Biene vor. Fetzen von Frühlingsfarben legten sich dabei über das Foto vor ihr, doch plötzlich schob sich ein grauer Filter über alles. Der Artikel über das Bienensterben, den sie im Flugzeug gelesen hatte, fiel ihr wieder ein. Als hätte sie die Tür zu ihrem Kurzzeitgedächtnis aufgestoßen, kam ihr auch die Entführung der Schönheitsköniginnen in Mexiko in den Sinn.

Inzwischen wird Madeleine Morgan unter einem Vorwand aus der Klinik entführt (zunächst hält sie es für ihre Flucht) und in der Nähe der jungen Schönheitsköniginnen gefangen gehalten.

Das erste junge Mädchen wird frei gelassen, bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Währenddessen dringt in Computersysteme auf der ganzen Welt ein Virus ein, das zur Beschädigung aller digitalen Bilddaten führt. Alle Personen, Zeichnungen, Gebäude werden verändert, so dass man nur voller Entsetzen die Augen schließen mag.

Im Wesentlichen handelt es sich um den "goldenen Schnitt," der durch das Bild der Mona Lisa verkörpert wird, jemand hat sich vorgenommen, auch dieses Bild zu zerstören, dazu gegen ihren Willen die Hilfe von Helen Morgan in Anspruch zu nehmen, die um das Leben ihrer Tochter fürchtet.

Es kommen mehr Personen ins Spiel, der Wechsel der Schauplätze nimmt an Tempo zu... zwischendurch taucht eine eher unheimliche Figur auf, ein freundlich scheinender Mann mit langen silbergrauen Locken und einem Stock mit silbernem Kopf.

Wie sich die einzelnen Handlungsstränge miteinander verbinden, welche Figur welche Absichten hat, ob "die Bösen" vielleicht doch eher "Gute" sind, was mit den Mädchen passiert, ob Madeleine frei kommt, das Computervirus besiegt und das Bienensterben gebremst werden kann... das erfährt man auf diesen gut vierhundert Seiten Spannung.

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