Samstag, 29. April 2017

Gelesen: Die Stimmen

Die Stimmen (Roman/Thriller)
von Christa von Bernuth
Goldmann Taschenbuch
ISBN 978-3-442-45383-6 (? - die abgedruckte ISBN scheint nicht korrekt zu sein)

Warum dieses Buch? Vom öffentlichen Bücherschrank mitgenommen.

Sie würde es nicht schaffen. Nicht einmal das: ihre Flucht.
Sie beobachtete sich selbst aus einer eingebildeten Perspektive von oben und sah eine Frau mit ungekämmten Haaren, die panisch durch einen nächtlichen Bergwald stolperte. Sie hielt einen Augenblick inne, gelähmt vor Scham darüber, dass sie die Angst nicht abstellen konnte.

Klappentext (extra erst an dieser Stelle):
"In einem Elite-Internat in den Bergen wird eine Leiche entdeckt, und das ist erst der Auftakt einer ganzen Reihe von rätselhaften Morden. Mona Seiler, ihres Zeichens Kommissarin und allein erziehende Mutter, ermittelt gegen den Widerstand ihrer männlichen Kollegen. Endlich stößt sie auf eine heiße Spur - und ahnt nicht, dass sie selbst damit zur Gejagten in einem tödlichen Spiel wird."

Der Prolog ist genial gut und baut sofort Spannung auf: Die Flucht Saskia Danners, der mißhandelten Lehrersfrau, man gönnt ihr ein Entkommen - und wird umgehend enttäuscht. Aber ist der Mörder wirklich ihr gewalttätiger Ehemann?

Weitere Morde geschehen, aber außer der Mordwaffe scheinen sie nichts gemein zu haben. Schon bald sprechen die Medien vom "Garrottemörder." Das ist zwar technisch nicht ganz richtig, aber außerordentlich medienwirksam.

Kommissarin Mona Seiler, alleinerziehende Mutter von Lukas mit ständig schlechtem Gewissen, ermittelt in be- und erdrückend scheinender Internatsatmosphäre gegen den eher subtilen Widerstand ihrer Kollegen. Und wäre nicht der Kindsvater Anton, mit dem sie aus Gründen nicht liiert sein kann oder darf, hätte sie den Ausgang ihrer Ermittlungen nicht überlebt.

Alle Ermordeten scheint nur eines zu verbinden: Ihre viele Jahre zurückliegende gemeinsame Zeit im Internat in den Bergen. Eine eingeschworene Gemeinschaft waren sie damals - eine anderere Gemeinschaft der Gegenwart scheint den Lehrer Danner zu decken, Ehemann der tot aufgefundenen Saskia. Ist er wirklich der Mörder? Was ist damals geschehen, vor fast zwanzig Jahren, als die Toten im Internat waren?

Sie lächelte. Liebenswürdiger Mensch, sehr witzig. Oh ja, Konni  war verdammt liebenswürdig gewesen - immer dann, wenn es ihm in den Kram passte. Wenn nicht, benahm er sich wie...
Dass er jetzt tot war, erfüllte sie mit einer tiefen, ungesunden Befriedigung. Letztlich hatte sie ihn besiegt. Er war so lebendig gewesen, dass sie sich in seiner Gegenwart manchmal wie ein Zombie gefühlt hatte, aber damit war jetzt Schluss. Sie war frei. 

Welche Rolle spielt "Strobo," den Berit liebt, und was ist mit den Stimmen, die - wer eigentlich? - immer wieder hört? Wer schließt den Toten die Augen? Was ist mit den Briefen, die Berit findet?

Kurz vor der Aufklärung wird Mona entführt, erfährt alle Zusammenhänge, ist gleichzeitig in allergrößter Gefahr...


Überwiegend spannend geschrieben, lässt dieser Krimi am Ende nach, die Aufklärung ist leider vorhersehbar. Gerne gelesen, obwohl die Geschichte nicht hält, was sie verspricht.

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