Freitag, 17. März 2017

Gelesen: Leise stirbst du nie

Leise stirbst du nie (Thriller)
von Daniel Annechino
aus dem Amerikanischen "They Never Die Quietly"
Ullstein Taschenbuch
ISBN 978-3-548-28262-6

Warum dieses Buch? Preisreduziertes Mängelexemplar, folglich vom Remittendentisch.

An Stelle des Klappentextes:

Buchrückseite

DU HAST GESÜNDIGT.
Dafür wirst du sterben.

ICH WEINE NICHT LÄNGER.
SO ALSO WERDE ICH STERBEN.
Er wird den kalten Stahl benutzen.

ICH SCHLIESSE MEINE AUGEN
UND BEGINNE ZU BETEN...

Aus dem Text vom Vorsatzblatt

"San Diego, Kalifornien. Detective Samantha (Sami) Rizzo und ihr Partner Alberto Diaz von der Mordkommission stehen vor einem schwierigen Fall. Immer wieder tauchen allein gelassene Kinder in Einkaufszentren auf, immer wieder finden sie tote Frauen in kleinen Kirchen auf dem Land. Was steckt dahinter? Fieberhaft fahnden die beiden Detectives nach einem unheimlichen, mysteriösen Killer, der es offenbar auf Mütter mit kleinen Kindern abgesehen hat.
. . ."

Schon der Prolog wirkt auf mich wie ein Donnerknall, dann ein Sog. Selten hat es ein Buch geschafft, mich innerhalb von einer Minute in seine Geschichte hinein zu ziehen, mich das Grauen zu lehren und mich gleichzeitig zu faszinieren. Genau in dem Moment, in dem ich denke, ich halte es nicht mehr aus, beginnt das erste Kapitel mit einem Szenenwechsel. Ich atme auf, nur einen Moment, da bahnt sich bereits Schreckliches an.

Simon genoss diesen Teil der Jagd. Er war wachsam, lauerte einer weiteren Seele auf, die geläutert werden müsste. Wie eine hungrige Straßenkatze einen verletzten Vogel verfolgt, so musste er auf den richtigen Moment warten, bevor er losschlug.

Sami und Al leiten das Ermittlungsteam, nur allmählich kristallisieren sich einige wenige Einzelheiten zur Person und Persönlichkeit des Täters heraus, auch mit Hilfe der Kinder, die ihre Mütter nie wieder sehen würden. Übereinstimmend sprechen sie von einem sehr großen und freundlichen Mann mit dunklen Haaren und blauen Augen.

Bei der ehrenamtlichen Ausgabe von Essen an Obdachlose lernt Sami jemanden kennen, der sie auf ihre Rückenschmerzen anspricht, er sei Physiotherapeut und könne ihr helfen. Sami, seit Jahren geschieden und alleinerziehende Mutter von Angelina, zwei Jahre alt, fühlt sich zu ihm hingezogen... verabredet sich mit ihm zum Essen, sagt wieder ab, aber er bleibt hartnäckig.

Die familiären Probleme von Sami werden nebenher geschildert, ihr geschiedener Mann wird ermordet - und der Vorgesetzte der Detectives übt Druck aus auf die Ermittler, das Team wird vergrößert, doch Ratlosigkeit greift um sich.

Inzwischen ist Sami sich sicher, dass ihr "Verehrer" der gesuchte Serienkiller ist; sie sieht keine andere Möglichkeit, als sich mit ihm zu verabreden - ohne Al oder ihr Team zu informieren.

Obwohl Simon seine wahren Gefühle sehr gut verbergen konnte, machte ihn lockeres Geplauder mit einer Auserwählten krank. Bis er sie in seinem Erlösungsraum eingesperrt hatte, musste er so tun, als ob das Ganze ein Date sei und die Rolle des charmanten Verehrers spielen. Wenn sie nur wüsste, was er mit ihr vorhatte. Detective Sami Rizzo würde sicher nicht einfach zu überwältigen sein. Mit den anderen war es ein Kinderspiel gewesen.

Hier beginnt eine andere Art von Spannung, das absolute Grauen verlässt mich beim Lesen. Stattdessen beginnt einerseits die fieberhafte Suche von Al, nachdem Samis Mutter die kleine Angelina vermisst gemeldet hat, sein Rückfall in die Nikotin- und Alkoholsucht - allerdings offenbar einmalig - andererseits folgt man Samis Gefühlen und Plänen, wie sie Simon entkommen könnte.

Da in den meisten Büchern am Ende der und das Gute siegt, bange ich hier nicht wegen der Sorge um Sami sondern wegen der Art und Weise, wie sie entkommt und was Al damit zu tun hat.


Absolute Leseempfehlung für Leute mit starken Nerven.

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