Samstag, 27. August 2016

Kind of extreme...

Gedanken: Ich. Muss. Immer. Gleich. Übertreiben.

Ende der 80er Jahre entdeckte ich das Handarbeiten für mich. Brachte mir das Stricken bei, das Sticken auch. Fortan bevölkerten Handarbeitszeitschriften und Wollknäuel, Stickpackungen mit Mitteltischdeckchen, ausgesuchte Stickfarben, Effektgarne und Karopaier für eigene Entwürfe meinen Haushalt. Die Spielplatzzeiten mit meinen Kindern nutzte ich ... und dann wurde ich bewundert für tolle Kinderpullover mit Bildmotiven und Eigenkreationen im Material- und Mustermix für mich.

Und dann... Anfang/Mitte der 90er Jahre kaufte ich mir meinen ersten PC. Der kam allerdings nicht, wie damals üblich, mit vorinstalliertem MS-Dos 5..x oder 6.2... sondern mit einem Diskettenstapel Novell Dos 7.x. Das niemand aus meinem Bekanntenkreis hatte. Vierzehn Disketten Windows 3.11 begleiteten ihn. Folgerichtig kaufte ich mir Bücher über Novell Dos und lernte, meinen PC vernünftig zu konfigurieren. Als das Teil dann rund lief, installierte ich mir einen Haufen Programme, lernte, damit umzugehen. Es zogen hier dicke Bücher zu Word 6.0 und Excel 5.0 ein, ich programmierte und spielte mit Grafikprogrammen. Die PC-Zeitschriften stapelten sich hier.

Die Computerei wurde Alltag, eine eigene Homepage wurde sozusagen Pflicht, und ich beschäftigte mich mit HTML. Ein Scanner hielt Einzug, damit auch die vermehrte Beschäftigung mit Bildbearbeitungsprogrammen.

Muss ich an dieser Stelle erwähnen, dass die Handarbeitszeitschriften und Garnvorräte längst im Keller einstaubten?

Anfang der 2000er erwischte mich eine neue "große Liebe" - die längst begraben geglaubte Sehnsucht, zu tanzen - ganz "echt" - Standard und Latein - erwachte mit ihr. Tanzkurse wurden gebucht, zusätzliche Tanzabende besucht, zwei Tanzschulen verdienten sich eine goldene Nase an uns.

Die Beziehung zerbrach, zeitgleich meldete sich mein defektes Knie - nichts ging mehr. Na, das passte ja super! Immerhin verkaufte ich 2005 meine Garn- und sonstigen Handarbeitsvorräte via ebay - natürlich mit Verlust, aber der Keller wurde leerer. Die zahlreichen Zeitschriften wanderten in den Papiermüll. (Und ich bin todtraurig, dass ich Tochter2 einen Pulli versprochen und begonnen hatte, der nie beendet wurde!)

Mitte der 2000er Jahre ging die Jüngste ins Ausland - und eröffnete mir eine neue Welt! Ich begann zu reisen und eine neue Sprache zu lernen. Folgerichtig wurden Digitalkameras wichtig - ich fotografiere seit Mädchenzeiten, in unserer Familie gibt es ein gewisses Talent dafür - und ich belegte meinen ersten Sprachkurs.

Nach zwei Sprachkursen und dem Weggang des Lehrers wurde es etwas schwieriger... aber hier zogen Materialien ein, Lehrbücher, CDs, Lektüre, Zeitschriften - sie füllen inwzischen eine große Kommode. Sprachkurse im Ausland wurden gebucht und besucht... das ist ein never-ending-project, das weiterhin läuft.

Meine "seltene Krankheit" zwingt und/oder bringt mich dazu, mich damit intensiv auseinander zu setzen, vermutlich mehr als nötig, ich bin fasziniert von dem theoretischen/wissenschaftlichen Unterbau - auch etwas, das mein Gehirn fordert. Also ebenfalls einen Teil meiner Freizeit bindet.

Zusätzlich ist meine Begeisterung für das Lesen wieder belebt worden (auch hier: ich habe seit Kinderzeiten gern gelesen!), die zeitweise überlagert wurde von den Erfordernissen des Alltags bzw. der schwerpunktmäßigen Beschäftigung mit anderen Dingen, s.o. Seitdem ich in einer sehr netten Facebook-Bücherlesegruppe aktiv bin, habe ich so viel Schwung bekommen, dass ich mich weder sattlesen noch sattkaufen kann... Plötzlich ist die Welt voller spannender Lektüre, die ich unbedingt lesen muss!

Wenn ich hier jetzt noch die Erweiterung der Familie erwähne, ist es sofort klar, dass ich auch viel Zeit mit den Enkelkinderchen verbringen möchte - es ist mir ein ganz großes Bedürfnis! Kostet Zeit, gibt mir aber unendlich viel!

(Und dann gibt es so ein paar Nebenbei-Lieblingsbeschäftigungen wie Gartenarbeit, kochen, bloggen...)

Nicht-Lieblingsbeschäftigung "Mutterkümmern" frißt Zeit, aber keine Extrem-Ressource ;-)

In den letzten Jahren kämpfen also die Themen Sprachkurs, Alpha-1, Fotografie, Gartenarbeit und Literatur,  Bloggen um meine Zeit und Aufmerksamkeit. Je nach Augenblicksschwerpunkt bleibt immer das Eine oder Andere auf der Strecke.

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