Sonntag, 24. Juli 2016

Gelesen: Die letzte Seele Avalons

Die letzte Seele Avalons (Historischer Roman)
von Nadine Hofmann und Stephanie Scholz
TRIGA-Der Verlag
ISBN 978-3-89774-677-0

Warum dieses Buch?
Stephanie Scholz ist Mitglied der Bücherlesegruppe auf Facebook und machte auf das Buch aufmerksam.

Klappentext:
"Dieser Roman ist eine mystische Liebesgeschichte über verwandte Seelen, deren Liebe die Jahrhunderte überdauert. Eine magische Geschichte, die in den Wirren des Mittelalters beginnt und in unserer heutigen Zeit endet. Eine romantische Geschichte über eine junge Frau, die ein neues Leben beginnt, um ein altes abzuschließen. Erzählt werden parallel die Schicksale dreier Frauen in zwei verschiedenen Zeiten. Ihre Leben sind unweigerlich miteinander verknüpft und nur der Mond kennt ihr Schicksal."

Die Genrebezeichnung "Historischer Roman" ist nur mittelmäßig gut, ich wüsste aber keine bessere. Ein historischer Roman sollte in der Vergangenheit spielen, so verwirrte mich der ausführliche Beginn im modernen Leben. (Er kam mir sehr umfangreich vor, weil ich auf das Historische wartete und ungeduldig wurde.)

Johanna hat eine depressive Phase, igelt sich ein, ist antriebslos. Von ihren Eltern hatte sie sich am Vortage mit einem letzten Besuch verabschiedet, dieser Tag gehört ihrer Freundin, die sie auf Shoppingtour mitschleppt, Johanna empfindet es als Abschied. Am Abend macht sie einen langen Spaziergang zum Steinbruch. Dort ist eine Klippe, von der sich Johanna in den Abgrund stürzen möchte.

"Plötzlich flog aus dem Nichts ein schwarzer Vogel ganz dicht an mir vorüber. Er krähte mir laut ins Ohr und beinahe wäre ich gestolpert und unvorbereitet in die Tiefe gefallen. Mein Herz schlug mir bis zum Hals..."

Sie hat - ja, was? Eine Erscheinung, eine Halluzination, einen Traum, eine Vision... und wacht in ihrem Bett auf.

Nun beginnt der zweite Handlungsstrang, wir lernen Lilian kennen, die mit ihrem Vater und ihrer Amme Meredith auf Burg Kettrick lebt, bewacht von einem eifersüchtigen Geistlichen, der sich daran stört, dass demnächst Beltane gefeiert werden soll - das alte keltische Frühlingsfest. Meredith ist mit den Vorbereitungen beschäftigt und ermöglicht es Lilian, heimlich das Fest zu besuchen, wo sie ihre große Liebe trifft. Zurück vom Fest schickt ihr wütender Vater sie ins Kloster, wo sie streng bewacht wird, bis sie an einen standesgemäßen Mann verheiratet werden soll.

Johanna in der modernen Zeit und Lilian im Mittelalter erleben allerlei Verwicklungen, darüber jetzt mehr zu schreiben hieße, ein Großteil der Geschichte vorweg zu nehmen.

Ich war zugegebenermaßen sehr skeptisch, als ich zu lesen begann. Zwei Erzieherinnen haben gemeinsam dieses Buch geschrieben, was sollte das schon sein? Die Geschichte ist ganz großartig gelungen, die Handlungsstränge werden immer dichter miteinander verflochten, die Personen von Kapitel zu Kapitel weiter entwickelt, es gibt ein paar überraschende Wendungen und es liegt ein interessantes Konzept zu Grunde.

Da ich schon früher einiges über Avalon, die Priesterinnen, den keltischen Glauben und Magie gelesen habe, waren mir die grundsätzlichen Ideen vertraut, die hier aber auf eine frische Art und Weise verwendet wurden.

Ein Buch voller großer Gefühle und Romantik, Abenteuer und Mystik mit einem wahrhaft zauberhaften Ende.


"Lilian stand auf, als es noch dunkel war. Der Hahn hatte noch nicht gekräht. Ihr Herzklopfen war es, das sie aus dem Schlaf geweckt hatte. Ihr Körper hatte sich auf die Flucht eingestellt und nun wurde es Zeit zu gehen. Sie holte das Amulett aus dem Bettzeug hervor und zug es sich über den Kopf...."

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