Montag, 23. Mai 2016

Gelesen: Irisches Roulette

Irisches Roulette - Hannah O'Brian (Kriminalroman)
dtv-Taschenbuch
ISBN 978-3-423-21631-9

Warum dieses Buch? Impulskauf zum Thema "Krimi am Meer"

Klappentext:
"Ein Gefährliches Spiel für Grace O'Malley
Der zweite Fall für die irische Ermittlerin hat es in sich: Der Angestellte eines Wettbüros in Galway wird erschossen. Der Laden gehört ausgerechnet dem Zwillingsbruder von Grace' Kollegen Rory Coyne. Doch der Mord ist nur die Spitze des Eisberges, denn eine mächtige internationale Wettmafia stellt hier ihre eigenen, gnadenlosen Spielregeln auf..."

Eine Geschichte, die mitreißend beginnt - um dann zunächst ganz stark nachzulassen. Es kommen sehr viele Personen ins Spiel: Ihr Vorgesetzter, zwei Mitarbeiter, von dem sie einem nicht recht traut, ein Privatdetektiv, mit dem sie befreundet ist, und seine Mutter, die Hutmacherin Dixi, die ihre Freundschft zu suchen scheint, eine Sportmannschaft mit Trainer, ein Gestütsbesitzer, seine Freundin, ein Jockey, ein Pferdepfleger, ein Pub-Besitzer, der einst Gerichtsmediziner war, nebst Angestellter und deren Cousin, ein deutscher Biobauer mit seiner Schwester... und eine ganze Menge mehr.

Die meisten Personen werden mal mit Vor-, mal mit Nachnamen bezeichnet, meine Verwirrung war perfekt, was mich daran hinderte, die Geschichte flüssig lesen zu können.

Aus einem Mord werden zwei, dazu eine Entführung, die meiner Ansicht nach vollkommen überflüssig ist, weil sie der Geschichte nichts gibt.

Das eigentliche Thema, nämlich Sportwetten, insbesondere  Pferdewetten, hier aber auch "Gaelic" - eine Mischung aus Fußball und Rugby mit ganz eigenen Regeln - eine regelrechte "Wettmafia" werden anschaulich geschildert; auf den letzten ca. 50 Seiten nimmt die Geschichte deutlich an Fahrt auf, der Fall wird gelöst und alles zur Zufriedenheit des Lesers beendet.

Kann man lesen. Muss man aber nicht.

Was mir wirklich gut gefallen hat, waren die Beschreibungen des irischen Lebens, des Landes, des Wetters usw. Das ist sicherlich dem Umstand geschuldet, dass ich einige kurze Male in Irland war, auch den Schauplatz der Geschichte - Galway - zumindest gestreift habe, die rauhe Küste gesehen hatte, das Wetter erleben durfte... und ich gern wieder hinreisen würde. (Was derzeit eher unwahrscheinlich ist.)

Im Innern des Hauses schloss sie als Erstes die Tür und atmete hörbar aus. In dem kleinen Flur herrschte Dämmerlicht und es roch nach getrockneten Blumen.
"Pst." sie legte den Zeigefinger an ihre Lippen und Peter sah, dass er mit einer Mullbinde verbunden war. "Er schläft." Mit dem verbundenen Finger zeigte sie vage nach oben. Das sah merkwürdig aus und Peter musste sich ein Lachen verkneifen. Was käme als Nächstes?
"Ich bin Mary. Es geht um meinen Mann Henry oder besser, es geht um seinen verdammten Computer."
Jetzt war Peter der festen Ansicht, dass eine Verwechslung vorlag. Mary warf ihm einen verzweifelten Blick zu. "Henry ist doch krank und kann nicht raus, und als ich Sie sah, dachte ich mir, Sie schickt unsere liebe Frau." An dieser Stelle bekreuzigte sie sich flüchtig, fuhr aber gleich weiter fort, bevor Peter den scheinbaren Irrtum klarstellen konnte.
"Es bleibt nur noch wenig Zeit, und da wollte ich sie bitten für meinen Mann die Wechselwette zu platzieren. Sein Computer ist abgestürzt und mit ihm das ganze verdammte Internet!"



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