Freitag, 15. April 2016

Gelesen: Das Stonehenge Ritual

Das Stonehenge Ritual - Sam Christer (Thriller)
Titel der englischen Originalausgabe: "The Stonehenge Legacy"
Fischer Taschenbuch Verlag
ISBN 978-3-596-19188-8

Warum dieses Buch? Es lag auf einem Tisch mit Remittenden, das Cover sprach mich an und sagte: "Kauf mich."

Und es war ein guter Kauf.

Nebelschwaden rollen wie Steppenhexen aus Dampf über das nächtliche Wiltshire. Draußen auf den flachen, weitläufigen Feldern recken die Späher den Hals himmelwärts, um einen ersten Blick auf die schmale Silbersichel zu erhaschen. Es ist Neumond...

Das Buch beginnt mit einem Ritual, einem Opfer.

Kurz darauf nimmt sich Professor Nathaniel Chase in seinem Landhaus das Leben, nachdem er - an seinem Schreibtisch sitzend - ausgiebig durch das Fenster Naturbetrachtungen angestellt , dann ein Schriftstück verfasst hat. Ganz nebenbei werden dem Leser Informationen über eine verstorbene Ehefrau und einen Sohn gegeben, schließlich greift der Professor zu einem Revolver aus dem ersten Weltkrieg.

Sein Sohn Gideon Chase, Archäologe, ebenfalls Professor, wird gerufen, fährt nach Wiltshire, zuerst zur Polizei, dann ins Landhaus seines Vaters. Erinnerungen aus seiner Kindheit tauchen auf...

Während Gideon im Haus seines Vaters eine erstaunliche Entdeckung macht, Tagebücher findet, die es zu entschlüsseln gilt, entwickeln sich mehrere Handlungsstränge nebeneinander. Es kommen viele neue Personen ins Spiel, die jeweils unter zwei verschiedenen Namen agieren. Der eine ist der bürgerliche "normale" Name, der andere wird innerhalb einer Gemeinschaft vergeben, nach einer Initiation. -

Vor dem Leser wird ein Netzwerk ausgebreitet, werden Namen genannt, Zusammenhänge angedeutet, man ahnt Grausiges.

Während Gideon dem Geheimnis seines Vaters auf die Spur kommt und sich zu einem riskanten Manöver entschließt, eine engagierte Polizistin immer wieder daran gehindert wird, die Umstände des Selbstmordes aufzuklären - zuletzt durch eine Versetzung in eine entlegene Dienststelle zur Bearbeitung alter und halbvergessener Akten - tappen zwei zufällig zur falschen Zeit am falschen Ort befindliche Personen in eine Falle.

Es wird ein Opfer gebraucht, und zwar schnell, der Zeitpunkt naht - die Götter müssen ihre Nahrung erhalten, um den Menschen weiterhin zu dienen.

Wer nun glaubt, es würde das Stonehenge, das wir sehen und vielleicht kennen, das einzige sein, der wird hier eines Anderen belehert: die größere und wichtigere Anlage ist ein kleines Stück entfernt und für den normalen Besucher, welcher zur Sonnenwende anreisen und ein Hippiefestival feiern mag, nicht zu sehen...

Wird es Gideon gelingen, die letzten Geheimnisse herauszufinden, das "It-Girl" zu befreien und letztlich sich selbst zu finden?


Im bleichen Licht jenes hektischen Wiltshire-Morgens betrat ein müde aussehender alter Mann mit grauem Gesicht den Kreis. Er verbrachte lange Zeit mit ernster Miene auf den Knien und umarmte dann jeden einzelnen Stein.
Niemand scheint seinen Namen zu kennen.
Und niemand hat ihn seitdem mehr gesehen.

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