Samstag, 30. Januar 2016

Gelesen: Die fünfte Frau

Henning Mankell - Die fünfte Frau - Kriminalroman
dtv-Taschenbuch 2010/2014
ISBN 978-3-423-21217-5

Warum dieses Buch?
Vor einigen Jahren hatte ich schon einmal alle Mankell-Wallander-Bücher gelesen, es waren Leihgaben gewesen, und ich hatte alle zehn Krimis "in einem Rutsch" verschlungen.

Kürzlich ist Henning Mankell verstorben. Das brachte mich auf die Idee, seine Bücher noch einmal und ganz in Ruhe zu lesen.

"Die fünfte Frau" ist ein typischer Wallander-Krimi, vielleicht sogar der Beste.
Nach einem Prolog, der auf den ersten Blick so rein gar nichts mit den folgenden Morden zu tun zu haben scheint, entwickelt sich ein düsteres Szenario:

Es wird ein Toter gefunden, in einem Graben aufgespießt, und noch während sich das Team um den Ermittler mit ersten Recherchen befasst, gibt es einen anderen Toten in einem Wald, an einen Baum gebunden... Während sich Wallander  bemüht, die "Sprache" des Mörders zu entziffern, Verbindungen herzustellen zwischen ungeklärten Morden der Vergangenheit und den aktuellen Fällen, verstirbt sein Vater, hängt er düsteren Gedanken nach, entwickelt Mankell wie so oft ein trostloses Bild von der herbstlichen Landschaft in Südschweden, aber auch ein Psychogramm des und der Polizisten. Außerdem scheint es, dass die schwedische Gesellschaft im Wandel ist, es kommt zu unliebsamen Zwischenfällen seitens "besorgter Bürger". (Das Buch ist von 1996, hat aber hiermit geradezu aktuellen Bezug.)

Mehr zu erzählen, würde unnötig vorgreifen.

"Und was geschah dann?"
"Sie verschwand."
"Verschwand?"
"Na, wie sagt man: Sie löste sich in Luft auf. War weg."
Wallander war nicht sicher, ob er richtig verstanden hatte.
"Ist sie abgereist?"
"Sie ist eine Menge gereist. Aber sie kam immer zurück. Als sie verschwand, war sie hier. Sie hatte an einem Nachmittag im Oktober einen Spaziergang durch den Ort gemacht. Sie ging viel. Spazierte. Nach dem Tag hat man sie nie wieder gesehen. Es wurde damals viel geschrieben. Sie hatte keine Taschen gepackt. Die Leute fingen an, sich zu wundern, als sie nicht ins Pensionat kam. Sie gingen zu ihr nach Hause. Sie war weg. Sie wurde gesucht. Aber sie blieb weg. Das ist ungefähr fünfundzwanzig Jahre her.."


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