Sonntag, 25. Oktober 2015

So allmählich gehe ich auf dem Zahnfleisch

Zurück von der alten Dame. Die letzten Tage in der Kurzzeitpflege sind angebrochen.

Seit Ende August war ich - ausgenommen die zwei Wochen, während derer ich in Florenz war - durchschnittlich zwei Mal pro Woche in Krankenhäusern/im Pflegeheim, ein Mal pro Woche in der mütterlichen Wohnung, alle zwei Wochen bei ihrer Bank für irgendwelchen Zahlungsverkehr, habe diverse Telefonate geführt, Mails geschrieben... Eigentlich alles ganz normal.

Wenn man davon absieht, dass ich selber krank/behindert bin, in Vollzeit arbeiten gehe, einen regelmäßigen Arzttermin pro Woche habe zur Infusion, mehrfache Zahnarzttermine in dieser Zeit hatte, meinen Haushalt irgendwie auch noch führen muss, Kinder und ein Enkelkind habe, das ich sehen möchte...

Heute bin ich nach zwei Monaten zum ersten Mal richtig mit den Nerven runter... Alles tausendmal erklärt, was mit dem Rollstuhl, dem Pflegedienst, mit sämtlichen anderen Dingen "Sache" ist.

Sie greift vor, wenn-denn-was dann-und überhaupt. Hört nicht zu, habe wohl zehn Mal gesagt, dass ich Freitagmittag komme, sie sprach immer von Sonnabend.

Denkt an ihre Lebensmittelbestellung - ohne zuzuhören, was sie im Hause hat... Diskutiert über die Konsistenz ihrer Zahnpasta... glaubt, Ihr Koffer sei zu klein - dabei würde der für einen laaaangen Urlaub ausreichen...

Es dreht sich alles um ihren Bauchnabel. Vieles kann ich verstehen, aber bei manchen Themen möchte mir echt der Hut hochgehen. Ich habe alles an Freundlichkeit und Geduld jetzt aufgebraucht. Aber ich glaube, dass die wirklich schwierige Phase erst am Mittwoch beginnen wird!

Jetzt bin ich mal reif für die Insel.

Würde mich gerne mal ausklinken. Aber genau das geht jetzt gerade nicht.

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