Freitag, 23. Oktober 2015

Es könnte alles so einfach sein...

... ist es aber nicht.

Zweite mögliche Überschrift: Gut, dass mein Chef abwesend war.

Warum? Kommt...

Schnell schreib ich mir mal von der Seele, was heute "Sache" war:

Erstens.

Die Lady hatte schon neulich im Krankenhaus einen Rollstuhl verordnet bekommen. Dieser steht jetzt im Pflegeheim zwischen Bettende und Wand, sieht für die kleine Wohnung der Lady viel zu groß aus.

Ich mache mir Sorgen, wie sie damit in Bad und Küche kommen kann, da geht es u.a. ja auch um den Bewegungsradius betreffend des Managens von Türen, die zueinander rechtwinklig angeordnet sind.

Folglich hatte ich Kontakt aufgenommen zu der Versorgungsfirma, welche wiederum den Außendienstler beauftragte, sich bei mir zu melden.

Ich hatte mir gedacht, ich würde mich mit ihm in der mütterlichen Wohnung treffen, er mit einem baugleichen Gefährt bewaffnet, und wir würden einfach mal ausprobieren, ob dieses Teil innerhalb der Wohnung manövriert werden kann.

Gestern meldete sich besagter Mitarbeiter, und heute früh gelang mir der Rückruf. Er war mit meiner Idee nicht einverstanden. Der Rollstuhl sei exakt pasend zu den Körpermaßen der Dame ausgesucht worden, man könne keinen kleineren nehmen. Es sei nicht möglich, den Rollstuhl nach den Dimensionen der Wohnung zu wählen. Notfalls müsse man die Wohnung anpassen.

Meine Frage: Türzargen versetzen? Die Räume anders anordnen? (haha)

Er sagte, er sei überhaupt nicht bereit zu einem Außendiensttermin, ohne dass Patient und Rollstuhl vor Ort wären.

Da ich mir nun vorstellte,  meine Mutter würde vom Transportdienst in ihre Wohnung und auf den Rollstuhl verpflanzt hinterlassen werden und hätte keinerlei Möglichkeit, in die Küche, ins Bad, ins Schlafzimmer zu kommen und ihm das letztlich wohl doch kommunizieren konnte, erklärte er sich großzügigerweise bereit, am Mittwoch telefonisch erreichbar und notfalls auch willens zu sein, meine Mutter dann zu besuchen.

Zweitens.

Der Pflegedienst ist ja morgens erst ab 9.00 Uhr erreichbar, vorher ist ein Notdienst aufs Telefon geschaltet. Also knapp nach 9.00 Uhr angerufen und begonnen, mein Anliegen zu schildern. Recht schnell wurde mir gesagt, da müsse ich mit der Pflegedienstleitung sprechen, die noch nicht anwesend sei. Man würde mich bis 12.00 Uhr zurück rufen.

12.10 Uhr, kein Anruf bisher. Ich erreiche die stellvertretende Pflegedienstleitung (Frau H., deren Visitenkarte vor mir lag), und sagte, die Lady käme nächsten Mittwoch nach Hause, und ich hielte es für ratsam, wenn dann zeitnah jemand vom Pflegedienst zu ihr käme, um die jetzt aktuellen Bedürfnisse, den Vertrag, die Einsätze mit ihr zu besprechen und möglichst auch gleich den Erhöhungsantrag der Pflegestufe gemeinsam auszufüllen. (Antragsformular liegt mir schon vor.)

Aber... Frau H. sagte, es bestünde keine Chance. Zuletzt habe meine Mutter ja keine Pflege bekommen sondern lediglich ärztlich verordnete Leistungen. Sie seien komplett ausgebucht und könnten sich nicht kümmern. Eventuell würde sich bis Dienstag etwas ergeben, ich könne ja am Dienstag nochmal anrufen. Schönes Wochenende.

Lieber Leser, ich saß im Büro und war nun völlig unruhig, eigentlich nicht in der Lage, sofort ein neues Telefonat zu führen, hätte erstmal eine Pause gebraucht, aber meine Kollegin (sitzt neben mir und ist komplett im Thema) motivierte mich, ich solle sofort in der Hausarztpraxis meiner Mutter anrufen.

Nummer aus dem Internet (Internet sei dank, man findet alles!) gewählt, der Arzt ist glücklicherweise am Freitag bis 15.00 Uhr anwesend, und mit einer sehr netten Arzthelferin gesprochen. Das Problem geschildert und zwei Telefonnummern von anderen Pflegediensten erhalten.

Aufgelegt. Klingelt mein Telefon, ist das obiger Pflegedienst... Frau H. habe gerade mit ihrer Geschäftsleitung gesprochen, meine Mutter sei ja schon lange bei ihnen und darüber hinaus Patientin der sehr guten Praxis von Dr. X  und Y, man werde das unmögliche möglich machen... und im Pflegeheim oder bei der Lady direkt (Nummer gab ich) anrufen und die Uhrzeit der Heimkehr erfragen, damit man das dringend benötigte Gespräch und weiteres einplanen könne.

Puh.

Die Arztpraxis angerufen, mich für die freundliche Unterstützung bedankt und mitgeteilt, dass der Pflegedienst bleibt. (Steht ja auch immer in deren Patientenakten...) Schönes Wochenende.

Ich: Vollkommen geschafft. 13.00 Uhr. Feierabend.

... Da zählt es schon gar nicht mehr, dass ich gerade ein Zipperlein nach dem anderen bekomme... gestern Grippeschutzimpfung, heute deshalb Armweh - heute morgen auf dem Weg zur Bahn hatte ich "Rücken" - Fußweh habe ich sowieso (Einlagen müssen zum Techniker, da stimmt etwas nicht!), Armschmerzen auch (Computerarbeit unter Druck führt vermutlich zu Verspannungen - oder so. Der Arzt im Juni hat nichts gefunden und mich irgendwie abgespeist.) Heute über eine Stunde in der Zahnarztpraxis verbracht, im November gibts eine Krone, das war die Vorarbeit. Dabei ist mal kurz aus Versehen ein Schleifinstrument auf oder in den Mundboden geraten. Autsch! Hat ganz gut geblutet und wird mich noch zwei, drei Tage erfreuen. Ist Künstlerpech und kaum der Rede wert, wenn  man es mit dem riesigen Bluterguss vergleicht, den ich bei solcher Behandlung im April davon trug, der mich am Gardasee schmückte.

Nun noch eingekauft, schon die "Notration", die ich zur Begrüßung morgen in der mütterlichen Wohnung deponieren werde - weitere Lebensmittel wird sie bei ihrem Edeka telefonisch bestellen. Dazu mein Einkauf... schlepp-schnauf... Die Stufen von der Haustür bis zu meiner Wohnung hat meine Nachbarin die Taschen hinauf getragen. Das ist so eine sehr nette ursprünglich polnische Familie mit zwei Teenagerkindern. Alle, wirklich alle, nehmen, wenn sie mich mit Einkäufen sehen, mir die Sachen ab und stellen sie vor meine Haustür. Dabei wissen sie gar nichts von meiner Krankheit, sehen mir aber evtl. die Erschöpfung an.

Überhaupt, mein Programm für morgen hat schon so einige TOP. Zettel zum Abarbeiten liegt bereit. Aber heute mag ich nicht mehr. Auch nichts mehr vorbereiten oder mich um meinen Haushalt kümmern. Feierabend und Schluss.

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1 Kommentar:

  1. Liebe Gudrun,
    ruh dich aus und entspanne einfach heute Abend.
    Es nützt ja niemandem wenn du dann irgendwann nicht mehr kannst!
    Eine gute Nacht dir.
    Angelika

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