Samstag, 21. Februar 2015

Schmerzgeschichten

Alles etwas seltsam - aber Achtung, das wird ein Roman!
Und mal wieder: Ich schreibe es für mich auf #just_for_the_records - das muss niemanden wirklich interessieren.

21. Oktober 2011
Mir geht es schlecht, mir ist seltsam und kurzatmig und ich habe einen linksseitigen Schmerz, der sich vom unteren Schulterblatt nach vorn zu den Rippen zieht. Alles zusammen lässt mich den RTW rufen... es folgt ein KH-Aufenthalt mit Lungendiagnose. Der Schmerz ist zwei Tage später komplett verschwunden, eigenartigerweise kümmern sich die Ärzte nicht darum, obwohl ich es sowohl dem Notarzt als auch dem Behandler im KH mitgeteilt hatte.

13. Januar 2014
Unterhalb des linken Schulterblattes liegt ein Schmerzzentrum, Schmerzen legen sich wie ein eisernes Band um meinen Brustkorb, ich kann kaum atmen, weil jede Bewegung der Rippen einem gefühlten Selbstmord gleicht. Das Inhalieren meiner Medikamente fällt sehr schwer, weil die Bewegung des forciert tiefen Einatmens nur unter Qualen möglich ist. Keine Ahnung, was ich habe, es fühlt sich an als wäre es ein Nervenschmerz. Es ist Sonntag. Ich schlucke Ibuprofen.

Folgetage: Mit Schmerzmitteln ist die Situation irgendwie aushaltbar, lasse mir bei meinem dienstäglichen Arztbesuch 600er Ibu verschreiben, muss aber die Dosis bis zum Anschlag nehmen (maximal erlaubte Dosis lt. Beipackzettel), was zwar den Schmerz nimmt, aber auch die Luft. Erlebe einen dramatischen Zwischenfall, aus dem mich nur Cortison wieder rausholt. Habe Angst vor Ibuprofen und steige um auf die Brausetabletten von Aspirin, bleibe aber bzgl. der Dosierung im moderaten Bereich, habe im Gegenzug aber mehr Schmerzen.

Ich gehe die ganze Zeit arbeiten. Was soll ich auch beim Arzt damit? Sagen: "Ich habe hier so komische Schmerzen...?" Das glaubt mir doch kein Mensch.

Anfang Februar, Besuch in Dublin. Ich nehme immer noch zumindest morgens eine Aspirin, wenn mich dann nicht zwischendurch mein Knie noch geärgert hätte, hätte ich sagen können, ich sei damit "einigermaßen in Ordnung" gewesen. Nach meiner Rückkehr irgendwann im Februar noch mal ein böses Knie, was mich drei Tage außer Gefecht setzt und zur Ruhe zwingt.

September 2014, Arztgespräch mit meiner Hausarzt-Interistin nach Gesundheitsvorsorge-Laborbefundbesprechung. Ich sage, ich hätte gern einen Termin zwecks Gespräch über merkwürdige Schmerzereignisse. Denn:

Irgendwann im September hatte ich etwas, das ich zunächst für Magenschmerzen hielt. Böse, böse. Ich konnte nicht schlafen, nicht essen, wir war elendig übel, schwindlig. Die Schmerzen waren eigentlich oberhalb des Magens zu lokalisieren, breiteten sich dann zu beiden Seiten des Körpers großflächig aus. Nach 24 Stunden und zu Beginn des zweiten Fehltages im Büro beschloss ich, eine Kleinigkeit zu essen und ein Schmerzmittel zu nehmen... Und es wurde besser.

Da ich inzwischen Stress für den Verursacher hielt (das letzte Jahr hatte es fürwahr in sich gehabt!) und meine Ärztin auch Psychologin/Psychotherapeutin ist, erhoffte ich mir von ihr eine Art Strategie... Sie hörte sich meine Geschichte (in Kurzfassung) an, meinte, ich schiene ja gut klar zu kommen, und ordnete zwecks Schmerzursachenfindung ein Bauchultraschall an. Verordnete mir ein säurebindendes Medikament zwecks Ausschlussdiagnose, wenn solche Attacke sich wiederholen sollte.

Ich bin nicht ihrer Meinung, gehe aber zum Ultraschall. Denke mir, sie kann für Gerätemedizin wohl gutes Geld von der KK bekommen - okay (?) Der Ultraschall ist - wie von mir vermutet - ohne Befund. Sie entlässt mich mit den Worten, ich sei gesund. (Das Rezept habe ich übrigens nicht eingelöst sondern entsorgt.)

Hätte sie nun nicht wenigstens irgendwas anbieten müssen in Richtung Autogenes Training, Entspannungsübungen, Massagen... keine Ahnung, etwas, das in Richtung "Behandlung des ganzen Menschen" geht?

Vergangenen Montag, 16. Februar 2015, mir geht es gut. Draußen ist es ziemlich kalt. Auf dem morgendlichen Weg zur Bahn, so 50 m von meiner Haustür schon entfernt, kommt wie mit einem Paukenschlag der Schmerz. Ohne Ankündigung setzt er oberhalb des Magens ein. Noch nicht ganz am Bahnhof angekommen, schmerzt der ganze Körper. Ich habe keine Chance, irgendwas zu tun, gehe langsam weiter zur Bahn und fahre zur Arbeit. Setze mich in der Bahn hin und atme einfach nur, ganz ruhig. Sonst nichts. Keine halbe Stunde später am Hauptbahnhof angekommen, ist der Schmerz weg. Ganz und gar, komplett. Wie ein böser Traum.

Und heute, Sonnabend, ich bummele mich mit Kaffee und kleinem Frühstück, bisschen bei facebook rumgucken, so in den Tag hinein und beginne gerade zu überlegen, was ich mir zu tun vorgenommen hatte - richtig! - überfällt mich der Schmerz. Genau wieder oberhalb des Magens, breitet sich aus, mir wird schlecht. So allmählich kenne ich das Muster schon. Lege mich aufs Bett und erinnere mich an - lang, lang ist's her - Entspannungsübungen... und atme einfach nur. Fühle meiner Muskulatur hinterher, entspanne alles, was sich verkrampft... visualisiere meinen Schmerz (obwohl Schmerzen immer rot dargestellt werden, meiner war schwarz!), löse ihn förmlich auf! Nach einer halben Stunde kann ich mich aufsetzen, die Bauchdecke ist noch etwas verspannt. Koche mir einen Tee, und während ich ihn trinke (warm tut ja immer gut), verziehen sich die Beschwerden restlos.

Einziges Überbleibsel: Ich bin ein wenig erschöpft.
Habe zwar meine Einkäufe gemacht, allerdings mein Wochenendhobby der aufwändigeren Nahrungsbereitung auf morgen verschoben.

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