Freitag, 6. Februar 2015

Alpha Care

Alpha Care ist ein Programm des Herstellers (Grifols) des Medikaments Prolastin (schon häufiger genannt und auch verlinkt hier). Ich wurde ja, wie schon geschrieben (hier, im letzten Absatz), von meinem Arzt mit einer Broschüre versorgt, in der dieses "Alpha Care" angepriesen wird. Ein Anmeldeformular war praktischerweise dabei.

Ich bin, wie meine Leser wissen, immer erstmal störrisch, wenn es um frische Gedanken und andere Sichtweisen geht. Und bei einem "Supportprogramm" eines Medikamentenherstellers sowieso. Letztendlich überwog die Neugier (nach dem Motto "was habe ich schon zu verlieren?").... und ich meldete mich schließlich an. Tagsüber, per Fax. Am Abend war schon die Freischaltung für die Website in meiner Mailbox.

Hm. Die Internetseite enthält allerlei pdfs... die allermeisten davon kann ich nicht gebrauchen. Eine Extra-Seite kann nur mit der Chargen-Nr. vom Prolastin freigeschaltet werden. Die von meiner MTA zu bekommen, ist auch nur eine Kleinigkeit. Da gibt es dann noch mehr Broschüren. Entweder als pdf oder "echt" gedruckt zu bestellen. Nochmals hm.

Während ich noch hmhm...te, traf hier ein riesiges, dafür aber leichtes Paket ein. Inhalt: Eine potthässliche graue Filztasche mit Tragegurt, ein Thermo-Trinkbecher, eine Musik-CD, ein Thera-Band und noch eine Begrüßungsbroschüre. Ich bin wie ich bin... war erstmal "angefressen" - was für ein Blödsinn! Diese potthässliche Tasche... wollte sie gerade in den Müll werfen... da stellte ich fest, dass sie total leicht ist! Taschen sind ja ein Problem für mich, überhaupt alles, was irgendwie geschleppt werden muss... Schon meine normale Alltagstasche musste ich neulich erneuern, damit endlich auch Büroproviant und Regenschirm mit hinein passen... alles was mehr als etwa 2 kg wiegt, macht mir große Probleme. Also wird die Tasche mittels des langen Gurtes diagonal umgehängt. Praktisch, ja. Aber... eben: potthässlich. Frau muss Kompromisse machen. Diese AlphaCare-Tasche ist... genau! Aber leicht! Ich habe sie erstmal in einen Schrank verbannt, ich könnte mir vorstellen, dass ich sie tatsächlich mit nach Florenz in die Sprachschule nehme - für den Transport von Unterrichtsmaterial vielleicht. Denn sie hat praktisch kein Eigengewicht! (Darüber, wie ich die Optik "tunen" kann, mache ich mir nebenbei schon mal Gedanken.)

Es rief mich eines Abends eine Frau xxx an, sie sei mein "persönlicher Gesundheitscoach" von AlphaCare. Kurz und knapp vereinbarten wir einen Telefongesprächstermin.

Ich: Immer noch störrisch. Was wollen die von mir? Wozu soll das gut sein? Hatte mich ja aus purer Neugier angemeldet. (Aussteigen kann man jederzeit.)

Gestern Abend dann das Telefongespräch, was übrigens sehr nett war. Frau xxx ist total freundlich und offenbar gut geschult. Ich habe ein paar Fragen beantwortet und ein bisschen was von meiner Alpha-Geschichte erzählt. Dann meine Frage, wozu diese Gespräche gut sein sollen, wie das alles so gedacht ist...?

Angeblich sind viele meiner Leidensgenossen sehr isoliert, arbeiten nicht, sind kaum unter Menschen und haben niemanden, mit dem sie über das Alpha-Problem in Bezug auf den Alltag und das ganz normale Leben sprechen können. Okay, darüber habe ich nie nachgedacht. Kenne einige Mit-Alphas und Mit-COPDler via Internet (und auch einige persönlich), die kommen mir nicht sehr isoliert vor. Aber alle die, die sich nicht vernetzt haben? Gibt es die überhaupt? Muss wohl so sein.

Ich lass' es erstmal so laufen, einen neuen Telefontermin haben wir für Mitte März vereinbart, bin gespannt, wie sich das alles weiter entwickeln wird.

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