Dienstag, 12. August 2014

Buch des Monats August: Nein, ich geh nicht zum Seniorentreff!

Mein siebter Beitrag zur BuchBlogParade von Eva Maria Nielsen.
(Denn der Juli musste hier leider ausfallen.)

Virginia Ironside "Nein, ich geh nicht zum Seniorentreff!"
Goldmann-Taschenbuch - ISBN 978-3-442-47256-7
Titel der englischen Originalausgabe: "The Virginia Monologues"

Mein Buch des Monats August

Warum eigentlich? Weil ich aus privat-persönlichen Gründen derzeit keine "echte" oder "schwere" Literatur lesen kann, suchte ich etwas zum Entspannen, mit Humor und Augenzwinkern.

Schon wieder ein Monolog, ach, aber *das* war nun keine Absicht...

Es geht, wer hätte das gedacht, ums Älterwerden. Wann beginnt eigentlich "das Alter"? Mit fünfzig, sechzig - oder erst mit fünfundachtzig Jahren?

"Es scheint, als wäre das Altwerden eines der letzten Tabus, über das die meisten Alten nicht reden wollen. Immer, wenn ich Dinge sage wie "Ich hab nur noch ein paar Jahre, da kann ich genauso gut...", schnappen alle entsetzt nach Luft und schreien "Sag das nicht!", als würde ich durch die Erwähnung irgendeines, wenn auch noch so unbestimmten Endes meinen Tod heraufbeschwören.."

In zwanzig kurzweiligen Kapiteln, angefangen mit "Zipperlein", über "Arbeit", "Aussehen" und "Wieder allein" bis hin zu "Enkelkinder" werden die verschiedenen Themen humorig aufs Korn genommen.

"Natürlich kann ich im Notfall immer noch meine Black & Decker aufheulen lassen. Und wenn es alte Damen schaffen, Einbrecher mit dem Mopp zu verscheuchen (und die Zeitungen berichten fast täglich von diesen Heldinnen des Alltags, die bekifften Hooligans eins mit dem Schrubber überbraten), dann kann ich natürlich auch ein Regal zusammenzimmern.
Aber ich habe keine Lust mehr dazu."

Die Kapitel beginnen jeweils mit einem längeren Gedicht oder Zitat. Und zwar sind die Gedichte zunächst im englischen Original abgedruckt, dann folgt die deutsche Übersetzung. Das gefällt mir, denn hier wird im Englischen mit Sprache gespielt, was dem Leser sonst entgehen würde.

Aber es gibt auch etwas, das mich zeitwese störte: Das Buch ist inhaltlich trotz ordentlicher Übersetzung zu sehr im angelsächsischen Raum zu Hause, das fällt auf, wenn zum Beispiel über die Verordnung von Medikamenten gelästert wird oder irgendwelche Organisationen ge- und benannt werden.

Insgesamt ein Buch zum Entspannen, mehr nicht. Das dafür aber reichlich.

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