Mittwoch, 8. Januar 2014

Rekonvaleszenz-Spazierweg in "meinem" Wald (Fischbeker Heide)

Mein Arzt hat mich aus dem Verkehr gezogen, damit ich "wieder auf die Füße kommen kann" - was liegt da näher, als mein großartiges Naturschutzgebiet auf der anderen Straßenseite zu nutzen?


Heute Nachmittag bin ich in "meinen Wald" gegangen, wohl hundert Male bin ich schon auf diesen Wegen spaziert, zu jeder Jahreszeit. In den letzten Monaten allerdings kaum noch, es gab ja immer irgendwelche Gründe, warum gerade nicht...


Egal, ich kenne jeden Schritt, jeden Baum, fast möchte ich sagen: jeden Grashalm und jedes tote Blatt.


Und trotzdem: ich bin begeistert.


Es ist Anfang Januar, die Luft mild, die Temperaturen um die 10 Grad herum, ein bisschen Wind, fast wie an der Nordsee, ein wenig feucht die Luft, aber nicht zu sehr - ideal.


Meine Kamera im Anschlag, die immer selben Motive werden mir nie langweilig, schließlich ist die Jahreszeit, das Wetter, das Licht stets anders...


Ich bin wunderbar zur Ruhe gekommen, Stille in die Gedanken gebracht, nur konzentriert auf Blatt, Ast, Baum, Himmel - ja, auch Sturmschäden, Moos - die Bäume scheinen grüne Strümpfe zu tragen... ich habe seither nicht ein einziges Mal gehustet, meine Nebenhöhlen sind freier geworden... Die reine Gesundkur.

 
(Sturmschaden)


Und bescheiden, wie ich sein kann, vollkommen eingenommen, geradezu berauscht, von der Natur!

 
(Ich frage mich die ganze Zeit, ob ich hier mit Frau Doktor Kieferorthopädie Antje gesprochen hatte... viele Jahre nicht gesehen, andere Umgebung, ich glaube fast...)


Fast einsam, unterbrochen von gelegentlichen Spaziergängern, Joggern, Hundehaltern - es ist erstaunlich, wie in diesem grün-grauen Kosmos plötzlich viele kleinste Kontakte zu Stande kommen, jeder grüßt, lächelt und nickt zumindest, mit manchem werden zwei Sätze gewechselt. Ganz entspannt.

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