Mittwoch, 30. Oktober 2013

#groovywords

The Grooves sammeln Wörter. Seit Tagen geht mir dieses Thema nicht aus dem Kopf. Nun bin ich angefangen, Notizen zu machen, und ich muss aufpassen, dass nicht im Nullkommanix ein Lexikon entsteht./Spaß

Ganz klarer Spitzenreiter meiner besonderen/lustigen/gefühlsbeladenen Wörter ist Dänisch. Wohl deshalb, weil über zwanzig Jahre Urlaub in DK, praktisch meine ganze Kindheit habe ich sommers dort verbracht, Spuren hinterlassen haben. Die Sprache zu lernen begonnen habe ich erst im Alter von 14 bis 16 Jahren, zu spät, um damit unbefangen kindlich-verspielt umzugehen. Viel zu sehr war ich schulisch geprägt, viel zu schwer habe ich es mir gemacht. Und inzwischen viel vergessen. Aber irgendwann.../Einleitung

ildslukker - Feuerlöscher
(ildslukkeren - der Feuerlöscher/en ildslukker - ein Feuerlöscher)
Die Geschichte dazu: Meine Familie hat Camping gemacht, immer auf dem selben Platz. Eines Sommers wurde ein Schild aufgestellt, ein weißer Pfeil auf rotem Grund, darunter die Beschriftung "ildslukker". Norddeutsch geprägt und plattdeutsch angehaucht war uns der "slukker" instinktiv klar. Aber was für ein Schlucker? Wir nahmen schmunzelnd das Schild auf in unseren Familiensprachgebrauch, in etwa so "... dann gehst du beim Ildslukker um die Kurve..." Aufklärung erfolgte dann, als ich die Sprache zu lernen begann und mein frisch angeschafftes Wörterbuch befragte. Jahrelag wurde dieses Wort als Sperrkennwort für die guten, alten Sparbücher benutzt, und die Bankangestellte grinste mich immer verschwörerisch an - sie stammte nämlich aus Flensburg und konnte wohl Dänisch.

(at) snakke - sprechen
(at snakke sammen - unterhalten)
Das "at" entspricht übrigens genau dem englischen "to"/Infinitiv.
Hierzu gibt es keine große Geschichte, es ist einfach dem Plattdeutschen "schnacken" so ähnlich, bekommt aber durch das für mich babyhafte "sn" so etwas Niedliches... Ich mag diese dänischen Doppellaute, die diese eigenartig abgehackte Sprachmelodie ausmachen und die für unsere deutschen Ohren lustig klingt- aber auch deshalb so schwer zu verstehen ist.

Hjertelig tillykke!
Herzlichen Glückwunsch!
Klingt nicht "tillykke" wie das Klingeln von Glöckchen? So ein fröhlicher Glückwunsch...! 

Tak
Danke
Das ist wohl genau so bekannt wie "skål", hat aber für mich eine ganz kleine Geschichte. Ich war noch sehr jung, wir machten Urlaub, meine Eltern kauften Lebensmittel ein. Damals gab es nur einen Supermarkt, ansonsten klassische Geschäfte mit großem Tresen. Die Dänen waren (sind es hoffentlich auch heute noch!) sehr höflich, jeder Wunsch meiner Eltern wurde mit einem "tak!" und dem heftigen Legen der Ware (mit Aufknall) auf den Tresen quittiert. Meine Eltern verstanden lange Zeit immer "zack!" und wunderten sich sehr. Aber "zack!" war eben der Situation vollkommen angemessen.

mormor - morfar - farmor - farfar
Oma - Opa
Hmhm.... ich begann also damit, erste strukturierte Bekanntschaft mit der Sprache zu machen und war fasziniert, gab es doch nicht einfach nur Oma und Opa, nein da lernte ich Mutters Mutter (mormor), Mutters Vater (morfar), Vaters Mutter (farmor) und Vaters Vater (farfar) kennen! Die Krönung war es für mich, als Radio Esbjerg häufiger ein Lied spielte "Hvordan gik det til da farfar var ung...?" (Die Geschichte davon, als Großvater die Großmutter freite) - leider gibt es meine alte Musikcassette nicht mehr.

Genug in dänischen Erinnerungen gegraben.

Aus dem Italienischen, derzeit pauke ich fleißig Vokabeln:

russare - schnarchen
Muss ich dazu noch viel sagen? Lasst Euch die vielen rrrrrrrrs tüchtig über die Zunge rollen, da ist doch der Fall schon klar, oder?

Und was soll das hier sein?

superkalifragilistischexpiallegorisch
Natürlich, das ist gar kein echtes Wort, aber wer sieht bei seinem Klang nicht sofort Mary Poppins mit den Schornsteinfegern über die Dächer tanzen...? Ein Wort, das wohl nicht nur mich durch die Kindheit begleitete, häufig benutzt wurde, um irgendwie Eindruck zu schinden - oder es zumindest zu versuchen.

Und eine Kleinigkeit in Englisch:

well...
Ein Wort mit vielen Bedeutungen, mir ist es zuerst und geballt begegnet bei Karl May. Ausgerechnet! Ich hatte alle Wildwest-Bücher von ihm verschlungen, kaum dass ich lesen konnte. Aber Englisch war noch in weiter Ferne... So richtig konnte ich mit diesem Wort nichts anfangen, erfasste aber instinktiv, dass die Protagonsten immer dann "well..." sagten, wenn eine Einleitung zu mehr oder weniger tiefsinnigen Gedaken kam oder ein Entschluss gefasst war. Gut... ;-)  ... im Laufe der Jahre wuchs meine Sprachkompetenz und ich wusste nun auch, wie es klingen sollte - auf immer aber ist für mich dieses Wort verbunden mit Winnetou und Old Shatterhand.


Am Ende noch drei Lieder, wohl kaum #groovywords, aber in diesem Zusammenhang fielen sie mir gerade wieder ein. Achtung, für meine Generation besteht Ohrwurmalarm...!

Bruder Jakob...
Wer kennt es nicht? Als Kind mein ganzer Stolz, es in allen möglichen Sprachen zu können...

Dann kamen zwei aus dem Musikunterricht hinzu, sie prägten sich lautmalerisch ein (die Lehrerin hatte ganz kurz erklärt, wovon sie handelten), lange bevor ich die Wörter auch nur voneinander unterscheiden konnte.

L’inverno è passato
L’aprile non c’è più
È ritornato il maggio
Al canto del cucù.

Mit allem Drum und Dran hier zu finden.

Le coq est mort
le coq est mort;
Le coq est mort
le coq est mort.
Il ne dira plus co co di co co da...

Hier ist das ganze Lied.

Kommentare:

  1. Danke für diese schöne Sammlung von #groovywords und die Geschichten dazu :)) ... Karl May, da war doch noch was mit Hadschi Halef ...

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    1. Sehr gerne, mir macht so etwas einen Heidenspaß! Aber sagt an, was habt Ihr vor mit der Sammlung? Ich würde mir ein Büchlein/einen Kalender/Postkarten mit Euren Bildern wie auf der Website wünschen...?

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  2. an der supermarktkasse, irgendwo in suedjuedland: nehmen sie auch euro? Ja aber nur zettel (scheine)
    Till Salg

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    1. Till Salg ist ein ziemlich blödes Pseudonym, weil der Vorname verballhornt zum "zu verkaufen" ist dann gleich wieder falsch. Aber bitte.
      Außderdem glaube ich, dass ich den Schreiberling kenne. Anonym find' ich doof.

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  3. Selbst halbdoof moechte ich nicht auf mir sitzen lassen. Deshalb gestatte mir einen versuch mein image ein wenig aufzupolieren. Till ist schon richtig geschrieben. Nur der nachname ist erfunden. Der stammt von meinem ersten berufswunsch – urlauber. Womit wir wieder in daenemark waeren. In jungen jahren hielt ich til salg für den besitzer vieler ferienhaeuser. Til als nahmensverwanden, landestypisch, mit einem l geschrieben und salg für einen gewoehnlichen nachnahmen wie meier, mueller oder schuster. Erst als mich meine schwester (sie heisst nicht ute) auf ein schild im schaufenster eines schuhladen hinwies, fand ich auch das ud (salg) ist ein bloeder name ist und endlich fiel auch bei mir die oere.
    ich hoffe du verzeihst mir die kleine eulenspiegelei
    till sch….er

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    1. Das finde ich jetzt eine richtig nette Erklärung. Nehme "doof" zurück :-)

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    2. Fällt mir gerade ein: Das wäre doch auch ein Wort/eine Anekdote für the grooves... schick's doch einfach mal dorthin!

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