Sonntag, 29. September 2013

25.09.2013 - Berlin, Anreise

Ein Kurztrip nach Berlin, ausgelöst durch eine Geschenk-Ankündigung, aber auch, weil ich innerhalb meines Urlaubs gern einen kleinen Tapetenwechsel haben wollte. Drei Tage, mehr Zeit konnte ich nicht erübrigen.

Nach gründlicher Preiserkundung Deutsche Bahn : Berlin Linienbus stand die Entscheidung für den Bus. 50 % Ersparnis rechtfertigten diesen ersten Versuch einer Langstrecken-Busfahrt.

Alles sehr gut, die Reisebusse sind sehr komfortabel, die Sitze erinnern an Flugzeuge - nur mit mehr Beinfreiheit. Gut drei Stunden still sitzen ist ein wenig anstrengend - gut, dass ich Lernlektüre dabei hatte!


Ich verreise nie ohne gründliche Vorbereitung, Recherche, wie ich wohin gelange, Ausdruck von Straßenkarten, Fahrplänen usw... Aber was nützt mir das, wenn beispielsweise die Auskunft vom Berliner Verkehrsverbund nicht stimmt und mir einen Bus in die falsche Richtung angibt? Den ich lange suchen musste, ich fragte Einheimische, wo... wohin... usw. - keiner hatte die Spur einer Ahnung.

An einer der möglichen Haltestellen kam dann nach 20 Minuten ein Bus, der Fahrer sagte, ich müsse auf der anderen Straßenseite den in die Gegenrichtung nehmen... so etwas...!? Diese Richtung war mir doch online angegeben worden?... Also die Straßenseite gewechselt und nochmal ungefähr 20 Minuten gewartet, der Busfahrer kannte die gewünschte Haltestelle nicht! Ich musste ihm sagen, dass es sieben Stationen sind...!

An der Zielstation ausgestiegen stellte sich nun die Frage: links oder rechts herum gehen? Wieder Einheimische gefragt. Die hatten wieder keine Ahnung. Ein bisschen hierhin und dorthin gegangen...

Die Rettung war mein Handy. Ich liebe mein Smartphone! Via google-maps und "Route anzeigen" mit Unterstützung vom GPS wies es mir den Weg, so dass ich fast zwei Stunden nach Ankunft in Berlin tatsächlich im Hotel eintraf.


So. Eingechecked, im Zimmer, das ich übrigens auch nicht gleich fand, es hatte mir niemand gesagt, dass Zimmer Nummer 5 neben Zimmer Nummer 9 liegt, ich irrte schon wieder durch den Flur und war am Rande der Verzweiflung, bis ich es gefunden hatte, mein Miniköfferchen ausgepackt, alles inspiziert, dann im Frühstücksraum einen großen Kaffee getrunken... Netterweise steht dort Kaffees rund um die Uhr zur Verfügung. Eigentlich war ich nun fix und fertig...

Das Erste nach meiner Ankunft an einem fremden Ort ist immer die Orientierung, also erste Fußwege in der unmittelbaren Umgebung.


So stellte ich fest, dass ich nur ein paar Minuten vom Kurfürstendamm entfernt wohnte, und spazierte diesen eine Strecke auf und ab. Ich kam mir vor wie in einer Mischung zwischen Rom (Designer- Modegeschäfte) und Jungfernstieg, allerdigs ist die Straße sehr breit und voller Bäume! Mir schien, dass hier der Herbst schon weiter fortgeschritten war als in Hamburg. Ich denke, das erklärt sich dadurch, dass es ausschließlich Linden sind, die natürlich alle gleich weit fortgeschritten mit ihrer Laubfärbung sind.



Ich staunte über die architektonische Mischung aus alt und wirklich sehr, sehr schön und andererseits reichlichen Bausünden aus Glas und Stahl. *kopfschüttel*



Es gibt im Grunde alle Geschäfte wie zu Hause in Hamburg, nur in sehr viel größeren Dimensionen!


Sogar die Bänke und die Briefkästen sind mehr und größer!



Ach ja, es fiel mir auf, dass die Wege wenig belebt waren, kein Menschengedränge, wie ich es von zu Hause kenne! Zum Ausgleich (?) fanden sich überall rote Teppiche, die wohl die Passanten direkt in die Geschäfte locken sollten?   ;-)



Irgendwann drehte ich um und ging auf der anderen Straßenseite zurück, während ich so bummelte, wurde ich angesprochen von einem Rucksack-Typen... der mir eine lange Geschichte erzählte, wärend der ich immer dachte "er will doch bestimmt Geld, was schwafelt er so umständlich".... und als ich ihm irgendwann sagen konnte, dass ich selber kein Geld hätte, ging er wutentbrannt von dannen... Fast hatte ich ein schlechtes Gewissen, als ich mir ein leckeres Sandwich schmecken ließ...

Das hier fand ich lustig: Wer sich auf die Parkbank setzt, wird automatisch Teil eines Kunstwerkes!


Allmählich wanderte ich zurück in meine Unterkunft, wo ich früh, sehr früh, in den Tiefschlaf sank, aus dem mich der Wecker am Donnerstag holen sollte...

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