Samstag, 31. August 2013

Lesen

Auf facebook stolperte ich gerade hierüber:

Stimmt ihr dieser Aussage zu? "Frauen wollen beim Bücherlesen große Emotionen erleben, Männer Informationen und einen konkreten Nutzen aus der Lektüre ziehen."

... und meine Gedanken wanderten ein Stück zurück.

Obwohl aus eher armen Verhältnissen, wurden mein Vater (geboren 1927) und seine drei Geschwister zum Lesen ermutigt. Meine Großmutter ersann - trotz Krieg und Hungersnot - immer wieder Wege, an Lektüre zu kommen. Notfalls geklaute. So hat mein Vater, Volksschüler mit Handwerksausbildung, am Ende mehr klassische Literatur gelesen als ich es je werde.

Nachdem ich 14jährig die Kinderabteilung der "Öffentlichen Bücherhalle" durch hatte und "bei den Erwachsenen" nur gut betreut von Bibliothekarin und Mutter - die Moral, die Moral! - etwas ausleihen durfte, war es mein Vater, der mir das eine oder andere Buch aus dem Familienbestand empfahl. Ich tat gut daran und las mich in Folge quasi quer durch den Bücherclub.

So ein Same, einmal gesät, entwickelt ein Eigenleben und mein "Stapel ungelesener Bücher" wächst immer noch überproportional zu meiner verfügbaren Zeit.

Die Literatur mit den großen Emotionen war folglich zunächst männlich, bei mir dann weiblich (ergänzt durch Sach- und Lernbücher). Mein Bruder verschlingt ausnahmslos Sachbücher, die von mir das Etikett "trocken-staubig" bekämen, mit Begeisterung.

Und das Lese-Gen ist von hier aus weiter gegeben, alle meine Kinder lesen, mit unterschiedlichen Schwerpunkten, und der männliche Nachkomme liest nicht ungern die dicken Schwarten mit viel Gefühl und/oder Fantasie.

P.S. Jetzt, im hohen Alter von 86 Jahren, beginnt auch die Lady damit, dicke Wälzer zu lesen. Ich brachte ihr kürzlichen ihren ersten "Dan Brown" vorbei.

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