Donnerstag, 13. Juni 2013

Museum für Kunst und Gewerbe

Mindestens ein Museumsbesuch musste in dieser Woche sein, denn: Bin ich im Ausland, gehe ich in jede Kirche, jeden alten Palazzo, besichtige Schlösser und überhaupt alles, was irgendwie alt und geschichtsträchtig ist - aber bin ich in meiner eigenen Stadt, so kenne ich herzlich wenig an Sehenswürdigkeiten. Das wird sich nun ändern!


Das Wetter war heute auch nicht so prickelnd, bewölkt, regnerisch und schwül, da passte es gut, dass ich ins Museum ging. Die Ausstellung "Böse Dinge" hat letztendlich den Ausschlag gegeben für meine Auswahl - und ein Kitsch-as-Kitsch-can-Teil, das ich gerne beisteuern wollte:

(Ja, dieses Teil hat eine Geschichte, die bleibt aber auch ohne diese Scheußlichkeit...)

Für zehn Euro Eintritt kann man sich praktisch den ganzen Tag lang im Museum aufhalten - leider begannen nach zwei Stunden meine Füße und mein Rücken zu protestieren - es war also genug. Aber ganz klar, es gibt hier noch so viel zu sehen, dass ich jederzeit wiederkommen kann!

Für mich ein Phänomen: Kaum drin und umgeben von schönen Dingen, war ich vollkommen entspannt und wie aus meiner normalen Welt heraus genommen. Kultur als Erholung, muss ich mir merken weiß ich ja längst ...

Zuerst habe ich mich in der Porzellanausstellung umgesehen und mich über Schönes und nicht so Schönes sehr gewundert.




Dann besuchte ich die "Bösen Dinge" - Enzyklopädie des Ungeschmacks, wirklich sehenswert! Im Rahmen der Ausstellung wird gut erklärt, worum es hierbei geht, wie guter Geschmack definiert wird, die Exponate haben alle Erklärungen - es macht Spaß, sich dieses alles anzusehen, warum muss ein Museumsbesuch auch immer nur ernsthaft sein?

(Hier habe ich dann mein Mitbringsel zwischen gestellt.)



Es folgte ein Streifzug durch den Jugendstil - zauberhafte Zimmer sind hier eingerichtet... ich war völlig hingerissen!




Was noch? "Inside out" - Einblicke in Mode, nett und teilweise erstaunlich.


Ein bisschen "Christentum im Mittelalter" auf dem Weg zum Barock...


... beeindruckende Räume auch hier, nicht alles ließ sich gut fotografieren - blitzen war nicht erlaubt und manche Räume sehr dunkel... egal, geht selber hin und seht!


Ab sofort wird dieses mein Lieblingsmuseum sein - ich hatte es befürchtet...   :-))
 

Kommentare:

  1. Hallo Gudrun,

    Früher gab es in der Meissen-Abteilung die "Kohlblattknaben", sind die nicht mehr in der Ausstellung? Ich die immer so prima - Sie hatten als Kopfbedeckung Weißkohlhauben.
    LG Sibylle aus HH-We.

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    1. Hallo,
      ich kann dir das nicht sagen. Ich fand die sog. "Schaugerichte" mit jeder Menge Kohlblättern, toten Tieren etc. nicht so toll. Habe den Riesenkohlkopf fotografiert, weil ich ihn so extrem fand, habe mich dann aber mehr auf den Kitsch konzentriert.
      Aber - Empfehlung! - geh doch mal nachgucken!
      LG

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    2. Ich meinte keine Scheußlichkeiten, sondern zwei etwa 12 cm hohen Porzellan-Knaben mit Kohlblättern als Hüten auf den Köpfen -gemacht wohl von Johann Joachim Kändler im 18.Jahrhundert. früher gab es im Shop auch eine Postkarte dazu. Der Riesenkohlkpf ist, glaube ich eine Suppenterrine. In letzter Zeit mußte das Museum auch einen Teil der Meißen-Porzellane wegen Insolvenz der Verleiher abgeben.
      Habe wegen dauerner Verfügbarkeit bei meiner Demenzkranker Mutter leider nicht mehr frei verfügbare Zeit wie Sie.
      LG Sibylle

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    3. Die Antwort liest sich, als hätte ich mich im Ton vergriffen. Ich kann das zwar nicht sehen, entschuldige mich aber auf dem Vorwege. Demenz ist natürlich heftig - keine Frage. Trotzdem: "Unter jedem Dach ein Ach" sagt man so schön. Und ich beginne jetzt keinen Wettstreit, wer das schlimmste Schlimmste hat...
      Liebe Grüße

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    4. Bitte nicht sofort geknickt und verletzt sein - habe es überhaupt nicht biestig und böse gemeint, hier nur ein reales Hindernis bei mir benannt. LG Sibylle

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    5. Alles gut - vermutlich das ewige Problem, wenn man schreibend (natürlich) auf Blicke und Gesten verzichten muss und das Gegenüber nicht kennt.
      Wünsche ein schönstmögliches Wochenende!

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