Mittwoch, 15. Mai 2013

Impression aus den römischen Ferien

Entgegen meiner Gewohnheit, alles umgehend zu verbloggen, muss ich meine werte Leserschaft auf vermutlich das Pfingstwochenende bzw. meine Rückkehr vertrösten!

Morgens muss ich hier zusehen, dass ich in Gange komme, sonst ist das wirklich reichhaltige Hotelfrühstück nicht mehr reichhaltig - die Gäste fallen wie eine verhungerte Bande über alles her, lassen am Ende die Hälfte auf den Tellern liegen (Hauptsache haben wollen - ist ja schließlich alles bezahlt!)...

Bald danach starte ich dann zu meiner Unternehmung des Tages, welche mich nicht nur zu meinem angedachten Ziel bringt, sondern oft überraschende Wendungen nimmt. Zum Teil kenne ich mich hier wirklich gut aus - beispielsweise stimmt meine Erinnerung daran, wo ein Nasone steht, um meine Wasserflasche zu füllen, immer ganz genau! Andererseits steuere ich viele Ziele aus unbekannter Richtung an und habe zunächst Orientierungsprobleme. Häufig nützt mir auch mein Kartenwerk herzlich wenig, da die Straßen nicht an den Kreuzungen ausgeschildert sind... losgehen "auf gut Glück" funktioniert genau zur Hälfte richtig.

Was gut ist trotz des augenscheinlichen Verkehrsinfarktes: An vielen Hauptverkehrsstraßen sind Fußgängerampeln aufgestellt worden - und die motorisierten Verkehrsteilnehmer halten sich neuerdings an rote Ampeln! Viele nehmen jetzt auch die Zebrastreifen als Option zum Anhalten wahr.

Aber sehr seltsam sind manche vorgegebenen Wege, die man nicht umhin kann zu gehen: Baugerüste versperren das Weiterkommen, zwangsweise muss man irgendwelche Unterführungen nehmen, die einen dann an unverhofften Punkten wieder ans Tageslicht befördern... Irgendwer spielt hier offenbar Tricks, damit jeder Tourist immer und immer wieder direkt zur Piazza Navona, zur Fontana di Trevi etc. geleitet wird - und damit selbstverständlich automatisch an den Pizzerien und Souvenirläden vorbei.

Langer Rede kurzer Sinn - meine Ausflüge sind stets anstrengender als vorgesehen und irgendwann, so ungefähr nach sechs Stunden, werde ich ein Opfer von Hunger und Müdigkeit, platt gelaufenen Füßen sowieso. Dann heißt es nur noch, etwas Nahrhaftes und einen Cappuccino zu finden, den nächsten Bus Richtung Termini und dann in den 360er nach Parioli, der kommt manchmal sofort, häufiger aber auch nicht. So stehe ich oft nochmals eine gute halbe Stunde an der Haltestelle und sinke vollkommen ermattet auf einen - auf dieser Linie manchmal vorhandenen - freien Sitz.

Es ist unglaublich schön, unwahrscheinlich hektisch und laut, trotzdem meistens umwerfend toll hier. Aber für mich auch sehr anstrengend.

Deshalb werden um diese Zeit nur meine Fotos grob gesichtet, schon mal sicherheitshalber zu Picasa hochgeladen (noch gesperrtes Album), was mit dieser Hotelverbindung ein Geduldspiel ist, ein paar Notizen kommen ins facebook, meine Abendmahlzeit ist im Moment ganz viel Obst (nach all' den Kohlehydraten vom Morgen und Mittag), und dann wird überlegt, welches Ziel morgen angesteuert wird. (Was ich zwar meist weiß, aber die grobe Vorarbeit mache ich lieber hier mit Internet und Reiseführer/Stadtplan.)

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