Mittwoch, 12. Dezember 2012

Fieber

Am Montag habe ich meine Arbeit wieder aufgenommen.

Gestern fror ich den ganzen Tag lang, schob dieses aber auf die knackige Kälte und schlecht geheiztes Büro. (Wir haben das Problem, dass sich die Kollegin bei 18°C Raumtemperatur wohl fühlt und ich eigentlich 21°C benötige. So ist es immer entweder zu warm oder zu kalt, je nachdem, ob wir die Heizkörper hochdrehen oder die Tür aufreißen. Inzwischen nehmen wir es mit Humor. Das Problem bleibt. Ich friere.) Gestern habe ich also alle Heizungen powern lassen und wurde das konstante Zittern nicht los.

Am Abend in der Arztpraxis nur "Standard", sagte der jungen Frau mit der Nadel nur, mir würde es nicht so prickelnd gehen (und müde ohne Ende). Zu Hause angekommen griff ich dann doch zum Thermometer. Das wars also. Arztpraxis telefonisch um 18.45 Uhr natürlich nicht mehr erreichbar.

Für Uneingeweihte: Mit meiner Grunderkrankung darf ich auf keinen Fall Fieber bekommen, weil (durch eine Genmutation/erblich bedingt) bei mir dann weiteres Lungengewebe zerstört würde. Fieber bedeutet in jedem Falle Alarmstufe rot.

Also Notfallmedikamente genommen. Cortison und Avalox, ich hatte im Sommer darüber berichtet.

Eine Stunde später, ich war gerade beim Essen, wurde mir erst schlecht, dann ohnmächtig. Ich schaffte es gerade noch, die paar Zentimenter von meinem Korbsessel zum Sofa rüber, Wolldecke liegt immer bereit, hingelegt, zugedeckt, die Welt vergessen. Wohl auch eingeschlafen und nach zwei Stunden aufgewacht. Zur Zahnbürste geschwankt, Wecker kontrolliert, Lichter ausgemacht, in den Tiefschlaf gefallen.

Heute früh: Fieber weg, fit wie Turnschuh, kein Kopfweh, Nebenhöhlen auch endlich frei, energiegeladen.

Der Arztpraxis, in der das Telefon stets unerreichber/dauerbesetzt ist, eine Mail geschickt mit Bitte um Rücksprache mit meinem Doc zwecks Information und Vorgabe, wie ich weiter medikamentieren soll, die aber bis heute Mittag (Mittwoch!) nicht mehr beantwortet wurde. Also mache ich mal weiter "nach Schema". Ich kann das, wollte hauptsächlich das alles dokumentiert haben.

Fast gesund. Jedenfalls habe ich meine Sprache wieder gefunden, habe Blödsinn mit der Kollegin gemacht - u.a. alberne Adventsfotos fürs Töchterlein, dabei festgestellt, dass meine Frisur vollkommen außerhalb jeder Toleranz war (eigentlich eine Reklamation, aber zu lange gewartet, jetzt: Katastrophe, egal), spontan also auch noch Haare schneiden lassen.

Kaum zu Hause, Anruf von der Lady. Am Wochenende verunfallt in ihrer Wohnung. Geschimpft, dass sie sich bei keinem von uns gemeldet hatte. Langes Telefonat mit Bruder. Inzwischen war mein Eintopf total verkocht und ich immer noch hungrig. Also Gemüse-Fleisch-Nudelbrei gelöffelt (mit reichlich Parmesan drüber ging es erstaunlich gut). Jetzt noch die Küche in Ordnung bringen.

Wieder keine Wäsche gewaschen, nicht aufgeräumt, nicht Staub gesaugt, nicht... alles nicht. Ein Päckchen will gepackt werden, ich verschiebe es zum zweiten Mal. Denn ich merke: Die nächste Tablette will genommen werden, ich baue so allmählich wieder ab.

Kommentare:

  1. Oh je Gudrun,
    gute Besserung!!
    Pass gut auf dich auf!
    Liebe Grüße aus dem kalten und verschneiten Berlin.
    Angelika

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke Angelika, ich bemühe mich nach Kräften!

      Löschen