Mittwoch, 12. November 2014

Buch des Monats: Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch

Mein zehnter Beitrag zur BuchBlogParade von Eva Maria Nielsen.
(Denn der Juli musste hier leider ausfallen.)

Michael Ende: "Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch"
(in meinem Falle eine Lizenzausgabe für Bertelsmann von 1989)

Mein Buch des Monats November

Jedes Jahr im November erinnere ich mich an eine ganz bestimmte Zeit und ein ganz bestimmtes Buch, werfe einen Blick in mein Bücherregal, stelle beruhigt fest, dass es noch dort an seinem Platz steht, seufze einmal kurz auf und gehe zur Tagesordnung über.

Jahrelang hatte ich allabendlich den Kindern Geschichten vorgelesen, und nun war ich der Meinung, dass wir in den Wochen vor Weihnachten einen Versuch wagen sollten: Der Sohn, neunjährig, konnte gut und flüssig (vor)lesen, die Tochter, siebenjährig, hatte gerade im ersten Schuljahr das Lesen erlernt. Ich saß also auf dem Sofa, ein Kind links, ein Kind rechts von mir, die Kleine auf dem Schoß, die natürlich "nur" zuhören durfte, und wir lasen zum allerersten Male ein Buch gemeinsam absatzweise abwechselnd vor. Das Ganze funktionierte erstaunlich gut, wobei der Sohn etwas längere und die Tochter etwas kürzere Abschnitte vorlesen durfte, und ich natürlich auch immer wieder einen Part hatte.

Ich kann mich daran erinnern, dass wir immer etwas fanden, worüber wir uns amüsieren konnten, und noch lange Zeit begleiteten uns die Namen der handelnden Personen und besonders originelle Ausdrücke im Alltag.

Der Geheime Zauberrat Beelzebub Irrwitzer und seine Tante, die Geldhexe Tyrannja Vamperl, haben Probleme: das Jahr neigt sich seinem Ende zu, und beide haben ihr Soll an bösen Taten noch lange nicht erfüllt. Daran sind nur Kater Maurizio und der Rabe Jakob schuld. Doch mit einem besonders raffinierten Plan könnte es noch gelingen, den Rückstand an bösen Taten aufzuarbeiten. Maurizio und Jakob entdecken die finsteren Absichten, aber können sie diese auch verhindern? Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt...

So weit der rückwärtige Umschlagtext.

Heute nahm ich es in die Hand und begann zu lesen, wunderte mich währenddessen darüber, dass ich meinen Kindern dermaßen "schwere Kost" zugemutet hatte. Niemand hatte den Text bzw. die Geschichte als besonders schwierig empfunden, wir hatten einfach Vergnügen daran. Aber aus heutiger Sicht staune ich - es steckt voller Anspielungen auf die Themen der 80er/90er Jahre, das Waldsterben, das Artensterben, sie sind zwar stets aktuell, doch damals als Themen noch frisch schlugen sie hohe mediale Wellen, außerdem der Dioxinskandal.

Es muss das besondere Genie des Herrn Ende gewesen sein, ein Buch zu schreiben, das von sich selbst sagt, es sei "ein spannendes Kinderbuch, an dessen hintergründiger Komik auch Erwachsene ihren Spaß haben werden."

Kommentare:

  1. Oh wie schön!!
    Wir haben das Buch auch sehr geliebt- wie alles von Michael Ende- und soll ich dir mal was im Geheimen sagen, meine Tochter hört heute noch ab und zu die Hörkassette!!
    LG Angelika

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    1. Hm :-)
      Ich selber bin in der unendlichen Geschichte versunken, und MOMO haben wir hier auch gelesen. Diese Bücher hüte ich wie einen Schatz für die nächste Generation... oder ich lese sie vorher sebst noch mal.

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    2. Nicht zu vergessen die Geschichten mit Jim, Lukas, Frau Waas, Herrn Ärmel und dem Dings ähh dem König Alfons dem Viertel-vor-Zwölften
      dmdsin

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