Mittwoch, 3. Oktober 2012

So schön!

Fotos laden noch und werden später eingebunden. DONE. Dabei hier im Foyer live und in Farbe erlebt, wie l'idraulico am Telefon seine Firma zur Schnecke gemacht hat. Lustig...  (03.10. - 15.20 Uhr)
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02.10.2012 - 19:35 Uhr, und ich weiß noch nicht, ob es noch heute im Blog landen wird.

Nach dem Unterricht habe ich nur kurz die Handtasche gewechselt, die feste Jacke (morgens ist es durchaus frisch hier) gegen eine Bluse getauscht, Sonnenbrille und Fotoapparat, Wasserflasche geschnappt und bin gleich wieder losgezogen. (Gegessen unterwegs, aus der Hand, unspektakulär und lecker.)

Die Erfahrung der letzten Tage mit abendlichem Regen ließ mich heute die Entscheidung eindeutig für die Mittagszeit fällen, auch wenn es dann zwischendurch doch arg warm wurde ;-)


Knder, Kinder, seid stolz auf mich, ich laufe hier zu sportlichen Höchstleistungen auf! Erst die Palazzi-Besuche mit ewig vielen Treppen, dann der große Ausflug nach Lucca, und heute bin ich in einer Gartenanlage ewig viele Höhen erklommen. Jedes Mal fragte ich mich: "Will ich das wirklich? Diese (für mich große) Anstrengung?" Aber ja! Es geht mir verhältnismäßig gut, außerdem weiß ich doch nicht, ob oder wann ich wieder hierher komme? Nach Schulschluss machte sich beim (na klar) Treppe gehen mein Knie mal wieder bemerkbar, normalerweise eine Sache für Kühlgel und Schonung. Meine Entscheidung: Heute ist Bewegung besser... *feix* Allerdings bin ich auch ganz ehrlich sehr geschafft gerade. Egal, in einer Woche ist schon wieder Alltag, also geht es hier weiter mit meinen Ausflügen!


Meine Schritte führten mich zum Arno, etwas abseits der vollen Straßen im Centro, ich bin praktisch an denen vorbei gegangen, erstens eine Abkürzung, zweitens (fast) ohne Touristen! Somit kam ich auch nicht an der Ponte Vecchio an (dort waren aus der Ferne die Menschenmassen zu sehen), sondern an der "Ponte Santa Trinita". Die Sonne strahlte nur so und sorgte somit für schöne Fotos!




Dann ging es immer der Nase nach - heute hatte ich beschlossen, dass der Reiseführer mit Stadtplan nicht mitkommen sollte - durch "Oltrarno".




Ich erfreute mich gerade an den schönen alten Häusern, viele von ihnen historisch wichtige Palazzi (immer mit Schildern dran, welcher wichtige Mensch hier zu Hause war) und der etwas anderen Atmosphäre, als ich beschloss, nach links abzuzweigen.


(Zwischen den mächtigen hohen Häusern sind ab und zu ganz schmale Wege oder Straßen.) Ich kam also ans Ende dieser Straße und blieb förmlich mit offenem Munde staunend stehen.




Dass hier der Palazzo Pitti sein musste, wusste ich ja, aber nicht, WIE mächtig und WIE beeindruckend bereits das Äußere wirkte! Völlig perplex sah ich mich auf der Piazza de'Pitti um, die durchaus etwas befremdlich wirkte, da die Piazza mit lauter kleinen Steinchen planiert ist (und sich junge Leute darauf ausgestreckt hatten) - bei uns wäre sicherlich hier ein Rasen.



Hinweisschilder künden von Eintrittskarten, Kombitickets für den Garten (Gardino di Boboli) und Museen, es gibt zwei verschiedene Sorten hinsichtlich der Muesumsauswahl.Mit 10 Euro eher dem hochpreisigen Eintritt zuzurechnen. Sollte ich? Oder nicht? Der Blick auf einen hochliegenden Teil der Gartenanlage war frei, klettern? Ich? Siehe oben - wenn nicht jetzt, wann denn dann?






Ich habe es nicht bereut und einen der wohl schönsten Tage hier erlebt.

Es waren immer und immer wieder Treppenstufen zu erklimmen, aber jedes Mal wurde ich belohnt mit wundervollen Park- und dann auch Stadtansichten! Ich konnte mich gar nicht satt sehen.





Die Gestaltung der terrassenförmigen Parkanlage mit Fischteich und Neptun, die Bäume, die Statuen, schließlich die unvergleichlichen Blicke auf Florenz und die dahinter liegenden Hügel! Ein einziger Augenschmaus und ein feines Seele-baumeln-lassen. Urlaub.




Das Einzige, was mir nicht gefiel, waren die Mücken, die immer dann über meine Beine herfielen, wenn ich mich zwischendurch auf der einen oder anderen schattigen Bank niedergelassen hatte! Meine Beine sind jetzt doch wieder mit juckenden roten Punkten übersät. (Die Stadtmücken hier lieben mich zwar auch, aber verursachten bisher keine so starke allergische Reaktion, sie sind eher als harmlos zu bezeichnen.)


Ganz sicher habe ich nur gut die Hälfte des Parks abgewandert, und ich wäre durchaus gespannt auf das nicht Gesehene, aber ich hatte dermaßen müde Füße und Beine, dass nun eine Kaffeepause her musste. Wenn man den Garten verlässt, findet man im Seitenbereich des Innenhofes ein kleines Lokal unter den Arkaden mit Blick auf die Statuen. (Woher haben die hier nur die massenweisen Statuen, gerade im Palazzo Pitti stehen sie überall in der Gegend herum...) Bis die Bedienung erschien, dauerte es eine ganze Weile, aber ich wollte meinen Kaffee, und zwar einen großen mit viel Milch - ich erklärte dem Kellner, dass ich entweder eine ganz große Tasse Latte Macchiato oder einen doppelten Cappucchino wollte. (So langsam wird es Zeit, dass die Signora sich Sonderwünsche angewöhnt, hier ist schließlich Italien...!) Ich bekam einen sehr leckeren Cappu, der für hiesige Verhältnisse vermutlich "doppio" war.


Und nun? Die Eintrittskarte ist auch für die integrierten Museen gut. Ach, eigentlich wollte ich nicht, aber schließlich ist das zwangsweise mit bezahlt... Ich habe mit mir selber einen Kompromiss geschlossen und nur einen Teil angesehen. (Chinesisches Porzellen und Sachen aus Glas und so Zeugs, naja, und die zweite Etage mochte ich nun wirklich nicht mehr erklimmen, ABER:) Es gibt da Räume - das müsste ich nochmal später genauer nachlesen - die sind so üppig barock gestaltet, die Wände voller Fresken mit moppeligen Figuren, einigen Putten, Säulen, Menschen, Schnörkeln, dass man fast nicht unterscheiden kann, was ist "echte" Architektur (Säulen, Simse, Deckenbögen) und was ist gemalt. Ich war schwer beeindruckt von diesen Räumen. Fotografieren verboten, ein Faltblatt habe ich nirgends gefunden. Internet-Suche später.



Auf dem Rückweg habe ich noch ein paar Bilder am Fluss gemacht, einfach nur, weil das Licht so schön war! Und ich bin gleich wieder den Weg gegangen, den ich gekommen war, verlaufen unmöglich. Dann Einkehr in "meinen" Supermarkt, große Flasche Wasser, wie jeden Tag, gekauft.

Ende - 20:21 Uhr

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