Samstag, 6. Oktober 2012

Ich bin einfach nur hingerissen!

06.10.2012 18:25 Uhr

Heute Vormittag habe ich also mein Vorhaben in die Tat umgesetzt und bin zur Piazzale Michelangelo und zur Kirche San Miniato al Monte gefahren.

Bei den ersten frühen Blicken aus dem Fenster hatte ich schon befürchtet, dass es das Wetter nicht gut mit mir meinen würde, weil der Himmel dick bezogen war. Aber das ist eines der seltsamen Phänomene hier in Florenz: Morgens alles grau, und gegen Mittag ist dann plötzlich wieder Sommer!

Als ich heute dann zum ersten (und im Moment auch letzten) Male mit dem Bus fuhr, hatte ich das Gefühl, erst jetzt in dieser Stadt richtig "angekommen" zu sein, jetzt fühlt sich vieles einfach normal an.

Na gut, das relativierte sich nach kurzer Zeit wieder, nämlich als ich an der Piazzale angekommen war: Zuerst sah ich nichts als Autos - das kommt aber, weil an an vielen Punkten am Stadtrand riesige Parkplätze gibt, denn im Centro herrscht Fahrverbot. Aber als ich am Parkplatz vorbei war, gingen mir die Augen über vor Staunen und vor Freude:




Ganz langsam spazierte ich an der Brüstung des hoch gelegenen Platzes entlang, genoss die Aussicht und freute mich, dass ich der DigiCam heute früh einen frisch geladenen Akku spendiert hatte! Vor lauter inneren Ahhhhs und Ohhhhs konnte ich nichts anderes machen als ein Foto nach dem anderen - festhalten, alles festhalten, denn der Winter kommt in großen Schritten. (Das soll ich glauben? Doch ja, ich habe mir heute früh die Wetterdaten angesehen... seufz)








Schließlich beschloss ich, auch die Kirche zu besuchen. Ich hatte ja befürchtet, San Miniato al Monte läge zu hoch, als dass ich die Stufen würde erklimmen können, aber: Das Übliche!!! Ich bin jetzt hier, diese Möglichkeit ist im Moment einmalig, und WIE KANN ich aus Florenz verschwinden, ohne die angeblich schönste Kirche der Stadt angesehen zu haben?


Langsam und gemütlich machte ich mich auf den Weg und an den Aufstieg. Positiv fiel mir auf, dass es erstens sehr breite und flache Stufen sind, zweitens nach jeweils zwanzig/ fünfundzwanzig Stufen so eine Art Plattform vorhanden ist. Reichlich Möglichkeiten zum Verschnaufen für mich - und zum Umsehen.




Auf der vorletzten Plattform war der Friedhof angelegt. Da er so ganz, ganz anders ist als alles, was ich kenne, habe ich mich zunächst hier umgesehen. Angefangen mit großen Grabplatten über Monumente und spezielle persönliche Kapellen sah ich auch die geschmückten "Wandfächer" für Särge oder Urnen, wer weiß?




Der letzte Aufstieg war ein wenig steiler, wurde aber sofort belohnt mit der Ansicht dieser ganz erstaunlichen Kirche und, nach rückwärts geschaut, nochmal mit dem Blick von oben auf die Stadt.

Eine der wichtigsten und schönsten Kirchen hier, und es wird weder Eintritt kassiert noch steht überall Sicherheitspersonal in der Gegend herum!


 
Im Inneren der Kirche ist es ganz erstaunlich... zum Einen herrscht eine sehr ruhige Atmosphöäre (was man dank der üblichen Touristenströme nicht über jede sagen kann), zum anderen ist sie sowohl von der Architektur als auch der Raumgestaltung und den Schmuckelementen her komplett anders als alle anderen Kirchen! Fresken, vielfarbiger Marmor, viele verschiedene Ebenen... beschreiben lässt sich das im Moment nicht recht, aber ich habe ja, wie meistens, genügend Fotos gemacht (immer dezent und ohne Blitz, meine DigiCam zeigt in diesem Urlaub ihre allergrößten Qualitäten).





Nachdem ich mich (fast mit einer Träne im Knopfloch) von diesen Schönheiten verabschiedet habe, galt es einige Zeit an der Bushaltestelle zu verbringen - in inzwischen, natürlich, wieder glühender Hitze. Zumindest großer Wärme und in der prallen Sonne.


(Auf dem Weg ins Hotel ein Stück Pizza besorgt, das war super lecker! Hätte ich diesen Laden nur schon eher mal ausprobiert!)

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