Sonntag, 1. April 2012

Benny Goodman by Swing Dance Orchestra

Ich wünschte, mein Vater hätte dabei sein können, es fällt mir schwer, ihn mir von einer Wolke lächelnd herabschauend vorzustellen. Immerhin hatte ich aber den ganzen Abend lang seine vergnügt blitzenden Augen und sein verschmitztes Lächeln vor mir. Und hörte ich ihn nicht ganz leise mitpfeifen?

Es war die Musik, mit der ich aufgewachsen bin, die ich gestern Abend in Gesellschaft der Lady genießen durfte.

Musikhalle, Großer Saal. Und: Ja,meinetwegen auch Laeiszhalle, so viel Lob an den edlen Spender des Konzerthauses muss wohl sein. Aber als Ur-Hamburgerin ist es immer schwer, wenn alte Gebäude, Plätze, Straßen neue Namen bekommen, diese auch zu benutzen.




Das Swing Dance Orchestra spielte ein Konzert der Musikgeschichte nach: Benny Goodman's Original Carnegie Hall Concert 1938. Was es damit auf sich hat, bitte kurz bei Wikipedia nachlesen. Die Musiker waren entsprechend gekleidet mit Frack (Andrej Hermlin, eigentlich am Piano, der sehr ansprechend mit Witz und Charme moderierte), Dinnerjacket oder einfach dunklem Anzug, die Hosen weit, alle mit schwarzer Fliege und gegelter Seitenscheitelfrisur, so noch Haare vorhanden waren.



Als "guest star" spielte Dan Levinson den Part von Benny Goodman. Sowohl die Platzierung der Musiker war historisch korrekt, als auch die Beleuchtung und der Sound, man spielte nämlich ohne Verstärker, was mir persönlich ausnehmend gut gefiel. (Kein Ohrenpfeifen und Kopfdröhnen hinterher.) Natürlich entsprach die Programm-Folge dem historischen Vorbild.

 

Nun bin ich zwar mit dieser Musik groß geworden, bin aber beileibe kein Spezialist für Jazz und Swing (habe aber den Klang der Stimme meines Vaters und seine spezielle Aussprache der amerikanischen Namen aller damaligen Stars im Ohr), dem wurde gestern zumindest teilweise abgeholfen.
 

Irgendwann gab es eine "Halbzeit-Pause", ein paar Schritte gehen, recken, strecken und auf der Suche nach frischer Luft. (Es war sehr warm im Konzertsaal und die Luft irgendwann auch verbraucht.)


In der zweiten Hälfte des Konzertes gab es eine grandiose  Darbietung von "Bei mir biste schön" mit einer umwerfend guten Sängerin, die zwangsweise (da historisches Konzert) zu kurz kam.

Der Ordnung halber noch eine Anmerkung: Das historische Konzert fand 1938 statt, damals waren meine Eltern noch Kinder, als sie sich für Herrn Goodman und Co. begeisterten und ihn hier live erlebten, war er lange schon ein Held des Swing.

1 Kommentar:

  1. Hallo Gudrun, hier guck doch mal rein!
    http://www.swingdanceorchestra.de/

    Gruß Sibylle G.

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