Donnerstag, 8. März 2012

Sightseeing

Es gibt in Dublin, wie wohl inzwischen in den allermeisten Städten, die Sightseeing-Busse nach dem Hop On - Hop Off-Prinzip: Eine Fahrkarte gilt für zwei Tage, und man kann die komplette Tour so häufig fahren, wie man lustig ist - oder an einer Sehenswürdigkeit aussteigen und später in einen der nächsten Busse wieder einsteigen und weiter fahren.

Nun hatte ich zwar schon allerlei von Dublins Innenstadt gesehen (ein Einkaufsparadies par excellence!) und war einige Alltagswege gemeinsam mit meiner Tochter gegangen, hatte ungewöhnliche Lokale besucht..., sollte mich aber irgend jemand nach meiner Rückkehr fragen, ob ich denn diese Kirche und jenes Museum angesehen hätte, so wäre mir nur ein Kopfschütteln geblieben. Außerdem bin ich bekanntermaßen Fan von altem Mauerwerk und Geschichtsträchtigem.



Wir beschlossen, den Bus an zwei Tagen zu nutzen, am ersten Tag fuhren wir auf dem offenen Oberdeck (wegen der Fotos!), froren trotz Sonnenscheins im Fahrtwind und hörten vom Vortrag (aus der Konserve) nur leise Bruchstücke.



So lange ich fotografieren kann, sind mir Vorträge sowieso egal. Dachte ich. Als dort wohnender Arbeitnehmer macht man üblicherweise keine "Touri-Touren", so dass der Ausflug auch für die Tochter interessant war.



Wir drehten also die große Runde, wurden im Zentrum wieder ausgeladen und suchten uns als Aufwärmmaßnahme eine kleine warme Mahlzeit und einen heißen Tee. Außer Shopping nebst Besichtigung des "General Post Office", was im Übrigen sehr geschichtsträchtig ist, könnte ich nun davon nicht mehr erzählen. ABER:

Am nächsten Tag, Sonnabend, wir hatten folglich mehr gemeinsame Zeit, bestiegen wir erneut einen dieser Busse. Eigentlich wollten wir ihn nun "nur" als Verkehrsmittel zum "Dublin Castle" nutzen, saßen gemütlich im warmen unteren Bereich, da begann der Busfahrer äußerst fröhlich eine Live-Moderation während der Fahrt in schönstem Dubliner Englisch. Wir sahen uns an und beschlossen: Das macht so viel Spaß, mit dem fahren wir nochmal die komplette Runde!



Das war eine gute Entscheidung, er erzählte nicht nur, welche Sehenswürdigkeiten links und rechts der Straße stehen, sondern er schmückte alles mit Anekdoten, wahren Begebenheiten oder humorigen Geschichten aus. Wir kamen sogar in den Genuss eines live gesungenen "Molly Malone" von ihm. Nachdem ich mich ein bisschen eingehört hatte, kam auch ich prima mit seinem speziellen Englisch zurecht. Diese Fahrt war ein besonderes Vergnügen.



Hinterher bestiegen wir dann den nächsten Bus und ließen uns - wie ursprünglich geplant -zum "Dublin Castle" bringen.



Das Schloss darf nur im Rahmen einer Führung besichtigt werden, so dass wir sogleich den nächsten launigen und anekdotenreichen Vortrag gehalten bekamen. Ich schlussfolgere einfach mal, dass "der Ire an sich" (?) ein humorvoller Mensch zu sein scheint, freundlich und höflich waren die Leute in Dublin sowieso über alles Maß hinaus.



Das Schloss Dublin ist kein Museum - auch wenn manches mit roten Kordeln abgesperrt war - sondern wird für wichtige Veranstaltungen auch heute noch genutzt, z.B. Empfänge fremder Staatsoberhäupter, Vereidigung des Premierministers (Ministerpräsidenten ?) ...



Es ist wunderbar anzusehen, alles mit dicken pastellfarbenen Teppichen, geschwungenen Möbeln im Stil Ludwig XVI., Kronleuchtern, Spiegeln usw., fotografieren war ausdrücklich erlaubt.







Auch diesen Führer konnte ich wunderbar verstehen, aber es war auch hilfreich, dass ich in den Wochen vor der Reise mir einiges über die irische Geschichte angelesen hatte.

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