Freitag, 30. September 2011

Kofferpacktag (Bracciano)

Unsere Koffer haben wir heute Vormittag schneller gepackt als angenommen, gefühlt liegt mein Koffer knapp unter 20 kg. Letzte Kleinigkeiten (dieses Netbook beispielsweise) kommen morgen ins Handgepäck. Um 6.00 Uhr früh soll das bestellte Taxi eintreffen und uns direkt zum Flughafen nach FCO bringen - den Luxus erlauben wir uns.





Einen kleinen Spazierweg durch den Ort haben wir gemacht und auch im uns lieb gewordenen Ristorante ein letztes Mal Pasta gegessen. Jetzt, wo wir kurz vor der Abreise stehen, hat man uns wohl als Stammkundschaft ins Herz geschlossen und ist total freundlich zu uns - spätestens seitdem die Köchin (sie bedient zeitweise auch persönlich) der Cousine quasi aufgenötigt hatte, ihr den Rest der viel zu großen Pizza einzupacken "per portare via".



Wir haben uns in diesen zwei Wochen nach bestem Wissen und Können bemüht, Italienisch zu sprechen, was zum Teil verhindert wurde: Die Einwohner dieses Ortes waren überwiegend "maulfaul" bis unfreudlich (Ausnahme: der Eisenwarenhändler, die Restaurantköchin und der junge Mann in der Bar, wo wir deshalb bevorzugt Eis kaufen)

Der Bahnhofsbedienstete am Fahrkartenschalter kann offenbar nur grunzen, die Bedienung an der Brottheke im Supermarkt war völlig unfreundlich, die KassiererInnen haben uns einfach nicht zur Kenntnis genommen und während des Bezahlvorganges sich ungehindert weiter miteinander unterhalten. Höflichkeitsformeln will hier offenbar niemand hören, am Pizzaimbiss geben nur alle kurz und knapp im Kommandoton ihre Wünsche auf und das Gekaufte wird auf den Tresen geknallt. Das alles betrifft die Erledigungen, die ich (mit)gemacht habe, was die Cousine auf Einzelwegen erlebt hat, kann ich nicht beurteilen.





In Rom sah die ganze Angelegenheit ein wenig anders aus. "Capitale" und an Touristen gewöhnt (Einnahmequelle par excellence!), wurden wir - sobald man uns miteinander hat reden hören und dadurch wusste, dass wir Ausländer sind, gnadenlos auf Englisch abgefertigt. Da hilft auch kein noch so häufiger Gebrauch von "buongiorno, grazie, ciao" etc. (Immerhin: mit Englisch kommt man hier immer durch!) Ausnahme: der Gewürzhändler auf dem Campo de' Fiori - das war lustig!





Allerdings, was wirklich klasse war, waren kleine Reklamationen. Wir wollten z.B. vor einer Trattoria nicht den zugewiesenen Tisch haben (direkt an der Straße) - Fußgängerzone hin oder her. Zwei Male bekamen wir nach dem Bezahlen den "Scontrino" (sehr wichtig - muss mindestens 50 m weit getragen und auf Verlangen der "guardia di finanza" vorgelegt werden können) nur auf hartnäckige Nachfrage ausgehändigt. Das funktionierte auf Italienisch hervorragend.





Im Fußgängergetümmel von Rom ein Zauberwort: permesso. Das nützt hundertmal mehr als das Äquivalent unseres "Verzeihung" (scusi), wenn man irgendwo durch möchte. Bei "permesso" hüpfen alle sofort zur Seite!

Die Stunden, die wir mit F. verbracht hatten, waren mir auch sprachlich eine Bereicherung. Leider mit Verzögerung. Immer wieder gehen mir Gesprächsteile durch den Kopf, von denen ich im Nachhinein weiß, wie ich etwas richtig hätte sagen müssen - hatte halt nur immer schnell reagieren müssen. Aber besser spät als nie!

+++

Diese letzten beiden Fotos...





... zeigen ein Gefährt, dass durch wohl jede Straße des Ortes fuhr. Mittels Lautsprecherdurchsagen wurde bekannt gemacht, dass ein Zirkus im Ort ist... mit Artisten, Clowns, Tieren und Musik. Die Tiere auf dem Anhänger waren allerdings aus plastica. Naja.

Donnerstag, 29. September 2011

Besuch des Petersdoms und ein letztes Mal Rom

Heute waren wir letztmalig in Rom. Der Besuch von St. Peter stand noch aus...





Wie bei bisher allen großen Sehenswürdigkeiten ist auch in der Basilika alles voller Absperrungen, so dass der Besucherstrom geleitet wird bzw. auf Abstand gehalten wird von einigen Kunstwerken. Sogar diejenigen, die den Fuß der Statue des hl. Petrus berühren möchten, werden geleitet und, falls sie zu lange verweilen, von Bediensteten weiter gescheucht. Ich glaube, dass ich unter diesen Bedingungen für die nächsten Jahre "satt" bin, was diese Mega-Sehenswürdigkeiten betrifft. (Nicht satt von Rom, das geht gar nicht.)



Da ich die wirklich schönen Detailaufnahmen vieler Kunstwerke bereits in früheren Jahren gemacht habe, beschränkte ich mich heute zumeist auf Ansichten, die evtl. die räumliche Größe wieder geben mögen.





Hier habe ich übwerwiegend kleine Filmchen gemacht, die ich allerdings zu Hause erst sichten und ggf." zusammenkleben" muss.









Seitlich durch die Colonnaden verließen wir diesen heiligen Ort...



... um im Borgo Pio zu speisen und die Souvenirgeschäfte zu durchstöbern.




Und morgen ist Kofferpacktag!

Belvedere della Sentinella



... auch genannt "unsere Aussichtsterrasse hinter der Burg".

Auch hier gestern ein letzter fotografischer Rundumblick:










Unsere Terrasse

Gestern Nachmittag machte ich einen letzten fotografischen Rundblick über unsere durch und durch pittoreske Terrasse:











Unsere "letzten Tage" haben längst begonnen, das Abschied nehmen ist im Gange, aber ich freue mich andererseits auch wieder auf mein Zuhause!

Ruhiger Tag in Bracciano

Ausruhtag mit gemütlichem Bummel durch den Ort, allerdings auch der Suche nach einem Ersatz-Kaffeekocher.


Rathausplatz



Soldaten- und Gefallenendenkmal



Rathaus


Brunnen auf dem Rathausplatz


Cappuccino



Natürlich fanden wir auch eine Caffettiera, und ist der Ort auch noch so klein, gibt es für die Einheimischen Geschäfte zur Deckung des alltäglichen und Haushaltsbedarfs - man muss nur gut suchen. In unserem Falle war es ein klassischer Eisenwarenladen (zu Hause bereits ausgestorben), wo der Inhaber/die Bedienung sich leise über unser Ansinnen (Ersatz für zerstörten Kaffeekocher in der Ferienwohnung!) amüsierte.

Sogar neue Topflappen konnten wir finden. Ein Geschäft, dass von der Straße aussieht wie ein Bekleidungsgeschäft, im Namen allerdings schon "casalinga" stehen hatte, entpuppte sich als rechter Kramladen.


gleich ausprobiert!

Mittwoch, 28. September 2011

Rom - Piazza del Popolo und Via del Corso

An einem der vorigen Tage hatten wir in der unterirdischen Einkaufspassage der Stazione Termini eine Filiale von "Calzedonia" gefunden - mit einer ganz feinen Warenauslage. Dies war mir Erinnerung und Anreiz genug gewesen, um zu überlegen, wo ich mit Töchterlein im vergangenen Jahr eingekauft hatte.

Um das Hübsche (Achtung, wieder ein "Wünsch-dir-was-Platz für mich!) mit dem Nützlichen (modische Herbststrumpfhosen) zu verbinden, fuhren wir folglich vom Colosseo zur Station "Flaminio".



Dieser Anblick täuscht! Man dreht sich einmal um, geht durch einen Torbogen und steht direkt auf der Piazza del Popolo







Von der Piazza del Popolo gibt es nun gleich sehr viele Fotos, weil ich das allererste Mal dort war.











... Unterbrechung - das Netbook braucht eine Akkuladung - wird fortgesetzt!
Update 19.54 Uhr: Und als der Akku voll war, fand meine Netzverbindung keinen Nameserver. Also neuer Versuch jetzt.




Nachdem wir uns auf der Piazza del Popolo ausgiebig umgesehen hatten, entschwanden wir zwischen den Zwillingskirchen in die Via del Corso.







Die Via del Corso ist eine ganz feine Einkaufsstraße, über ein langes Stück sogar Fußgängerzone, dabei hinsichtlich der Geschäfte nicht so "abgehoben" wie die Via dei Condotti, obwohl auch hier Modemarken vertreten sind.

Irgendwann trafen wir zu meiner grenzenlosen Freude auch auf das gesuchte Lieblingsgeschäft, das in dieser Straße sogar zwei Filialen unterhält:



Die modische Beinbekleidung für die kalte Jahreszeit ist nun gesichert!

Tja. Irgendwann hatten wir genug Geschäfte gesehen und dachten an eine Abkürzung Richtung Piazza Navona und den 64er Bus. Böser Irrtum - irgendwie ging es immer nicht weiter, wo wir längs wollten, das Übliche: Baustellenabsperrungen, großräumige Absperrungen durch Carabinieri und Security sowie schlicht und einfach verlaufen, die Orientierung fällt nicht immer leicht, wenn Touristenströme einen mitreißen und zum Ausweichen kein Platz ist. (Leider auch kein WC, nach 10 Min. Warteschlange bei McDo ohne Weiterkommen drehte ich um. Es war so warm... ein Nasone war auch nicht in Sicht, also konnte ich mir zunächst nur ein Getränk kaufen, um nicht umzufallen...) Ich war folglich so ziemlich "geschafft", was vermutlich auch dazu führte, dass wir ungewollt einige Extrarunden drehten. [Immer noch für meine Begriffe hochsommerliche Temperaturen hier!]

Immerhin haben wir auf der Treppe des Parlamentsgebäudes gesessen...



... und, gemessen am Sicherheitspersonal und der Beflaggung noch eine reichliche Runde durch das Regierungsviertel gedreht.



Nachdem wir noch einigen Sehenswürdigkeiten "zufällig" erneut begegneten (Auslassung), kamen wir schließlich auf der Piazza Navona an, von wo es eine Kleinigkeit zum Bus und nach Hause war.