Mittwoch, 30. Juni 2010

Gewalt in Neuwiedenthal - Kommentar zu den Kommentaren

Weil mein Kommentar hierzu jetzt so lang geworden ist, kommt er als neuer Eintrag:

Dieses Thema beschäftigt und belastet mich mehr, als ich angenommen hatte, weil Vorfälle, die fast 15 Jahre zurück liegen, bis heute Auswirkungen auf einen Teil meiner eigenen Familie haben, auf die ich allerdings an dieser Stelle nicht eingehen kann. (Betrifft die seinerzeitige "Gang" des Tatverdächtigen und das damalige Umfeld.)

Nicht alles, was Jens hier schreibt, entspricht auch meiner Meinung, aber zwei Punkte, die eigentlich einer sind, halte ich für wichtig: Parallelgesellschaften gar nicht erst zulassen z.B.... Mindestens eine Ursache sehe ich in den 60/70er Jahre Plattenbauten, in denen viele Ausländer angesiedelt wurden, ergo eine Ghettoisierung betrieben wurde. Hätte man sie über das Stadtgebiet besser verteilt, wären Parallelgesellschaften vermutlich gar nicht erst entstanden. So hat man jetzt z.B. Brennpunkte nicht nur in Neuwiedenthal sondern auch in Kirchdorf-Süd, Mümmelmannsberg, Steilshoop.
Die entsprechenden "Deutschen per Abstammung" kommen, so weit ich es beurteilen kann, aus heute sogenannten "bildungsfernen Schichten" - da gibt es z.B. Banden, die gleich aus sämtlichen sieben bis zehn Nachkömmlingen einer einzigen Familie entstammen. Dieses ist keine Behauptung, sondern eine Tatsache.
"Reintegration" ist ein schönes Wort - vermutlich bräuchte es eine komplett neue Sozialisierung incl. Vermittlung von Unrechtbewusstsein.
Immer die Menschen mit Migrationshintergrund pauschal zu verurteilen halte ich für falsch, denn es existiert eine große Anzahl von ursprünglich ausländischen Familien, die ganz hervorragend assimiliert und vollkommen unauffällig sind.

Die Polizei sollte mehr Respekt und Ansehen bekommen, allerdings bin ich gegen hartes Durchgreifen mittels Gewalt, denn Gewalt bewirkt neue Gewalt, das wird dann ein Teufelskreis. Ganz ehrlich? Verstärkte Polizeipräsenz auf den Straßen wäre/ist mir unheimlich. Noch fühle ich mich hier sicherer als in gewissen südlichen Ländern, wo die Polizei in der Öffentlichkeit sehr präsent ist und ständig die MP dabei hat. Jetzt komme mir bitte niemand mit dem "bürgernahen Beamten" - der widerum ist in meinen Augen eine Lachnummer: der nette Polizist, der hier und dort ein Schwätzchen mit älteren Herrschaften hält und milde lächelnd spazieren geht, den würde ich höchstens mal nach dem Weg fragen.

Jens, so du hier noch liest, welche Konsequenz hast du gezogen? (dein letzter Satz)

An den anonymen Schreiber hier: Soso, du bist gegen Polizeigewalt und nimmst billigend in Kauf, dass möglicherweise der Polizist mit dem Schlagstock einen Schaden fürs Leben davon trägt? Schreibst, dass du grundsätzlich gegen Gewalt bist, aber wenn schon... Nein, so geht es sicherlich auch nicht. Ich vermute, dass du angesichts dieser Tätlichkeiten verärgert bist und genau so wie alle anderen unbeteiligten Personen keine Kenntnis über den Ablauf und die Ursachen hast. Da dein Ton allerdings gerade noch so moderat geblieben ist, lasse ich deinen Kommentar stellvertretend für die breite Masse hier stehen.

Den Text von Thomas R.empfinde ich als gut durchdacht - der zeitliche Ablauf ist so, wie ich ihn mir auch vorgestellt hatte, geschildert. Die Schlussfolgerungen zum Thema "Nothilfe" finde ich überlegenswert. Die Zeiten, in denen man die Polizei als "Freund und Helfer" betrachtete, sind sie vorbei?

Der bisher letzte anonyme Kommentator liest sich, als sei er dabei gewesen.

Besonnenheit und Augenmaß, ja. Lernen Polizisten nichts über Deeskalation?

+++

Wie wohl die große Mehrheit der Bevölkerung habe ich natürlich auch kein Patentrezept. Was mich aber wirklich verärgert, ist das hier:

Aufgeschreckt ist auch der Senat. Jetzt soll eine Senatskommission zu "Gewalt im öffentlichen Raum" gegründet werden, wie Senatssprecherin Kristin Breuer erklärte. Diese stehe unter Federführung von Innensenator Christoph Ahlhaus (CDU), aber auch Sozialsenator Dietrich Wersich (CDU) und Justizsenator Till Steffen (GAL) werden einbezogen. Die Kommission soll die Gewalteskalationen untersuchen, Expertenmeinungen einholen und die Entwicklung in Hamburg mit der in anderen Städten vergleichen.
Quelle: Welt online

Expertenmeinungen und Städtevergleich, ja das liest sich ganz toll. Soll das jetzt Abhilfe schaffen?

Neuwiedenthal

Weil dieses hier mein Privatblog ist, nehme ich mir die Freiheit, trotz dieses ernsthaften Themas jederzeit wieder zu meinen Alltagsbanalitäten umzuschwenken. Wer dahinter Oberflächlichkeit vermutet, irrt.

Montag, 28. Juni 2010

Gewalt in Neuwiedenthal

Nein, ich wohne nicht in Neuwiedenthal, aber die Stadtteilgrenze ist praktisch nur ein paar Schritte von mir entfernt, mögen auch Welten zwischen meinem und dem dortigen Wohnumfeld liegen. Desto erschrockener war ich, als mich per Mail dieser Link erreichte:

Welt Online

Ich habe jetzt ein bisschen weiter gesucht und diese Berichte gefunden:
harburg-aktuell.de
Hamburger Morgenpost
Bild

Tochter und Freundin waren bei ihrer Heimkehr aus dem Kino an dem Polizeiaufgebot vorbei gefahren ohne zu wissen, was hier eigentlich los gewesen war.

Wie immer habe ich hier auf der anderen Seite der Bahnlinie nichts von alldem mitbekommen, obwohl sich das höchstens 500 m von mir entfernt abgespielt hatte.

Ich bin entsetzt! Oben genannte Quellen schildern den Sachverhalt in Einzelheiten durchaus unterschiedlich - besonders Bild ist immer mit Vorsicht zu genießen, aber das ist bekannt - trotzdem bleiben: Massive Gewaltanwendung gegen und wohl auch durch (Video!) Polizei, krankenhausreife Ordnungshüter, viele Verhaftungen, hohes Polizeiaufkommen.
Orte des Geschehens: mein Bahnhof, mein Einkaufsweg.

Und ich hatte gedacht, dass in den letzten 15/20 Jahren so viel für Neuwiedenthal und die Jugendlichen dort getan worden sei! Aber wie die Tochter bereits äußerte: Dieses scheint die nächste, nachgewachsene Generation zu sein - und sie ist ungleich gewaltbereiter als die seinerzeitige, wo es hauptsächlich um sog. "Abziehen", Mobbing und Erpressung gegangen war.

Jetzt wollte ich gerade den "Rückgriff" auf den damaligen Selbstmord des Schülers Mirco (in einem alten Blogbeitrag hatte ich fälschlicherweise "Marco" geschrieben) machen, da finde ich auf der Abendblatt-Seite folgende Bildunterschrift: "Amor S. hatte den Lehrling Mirco Sch. monatelang erpresst. Das Opfer sprang schließlich vor eine S-Bahn. Der Fall machte bundesweit Schlagzeilen." Der Text lässt sich nicht aufrufen, neuerdings lässt sich die Zeitung ihre Online-Berichte bezahlen. (Das hier ist trotzdem zu lesen.)

Falls hier jemand in meinem Text nach logischen Schlüssen sucht, sorry, ich sortiere nur gerade mein Gedankenchaos. Waren sämtliche hochgelobten Wir-verbessern-Neuwiedenthal-Projekte jetzt sinnlos/erfolglos? Zu kurz gegriffen? Der alleinige Schrei nach der Justiz mit härteren Strafen kann es doch auch nicht sein.

Nachtrag 23:30 Uhr: http://www1.ndr.de/flash/mediathek/mediathek.html?media=hamj5976 (ca. eine Woche lang abrufbar)

Nachtrag zu mitternächtlicher Stunde
Aus einem Blog namens "Reizzentrum": Teil 1 - Teil 2 - Teil 3

In eigener Sache: Bei diesem Thema steigen die Besucherzahlen an, deshalb zur Info im Falle weiterer Kommentare der Hinweis, dass ich erst morgen Abend wieder Kommentare freischalten kann.

La nonna è ritornata

Sie ist also wieder im Lande, die Lady, und außerordentlich guter Stimmung, weil sie sich so sehr über ihre schöne "neue" Wohnung freut und alles so gut geklappt hat. Nicht besonders fit, aber trotzdem so weit gesund und munter, hat sie sich heute gleich mit allerlei Besorgungen übernommen. Trotzdem ist sie guter Dinge.

Ich mit meiner grenzenlosen Erschöpfung der letzten Woche habe natürlich viel zu wenig Italienisch gelernt und wusste, dass es auch heute nichts mehr damit werden konnte - ich musste schließlich telefonieren (siehe oben), Tochterpflicht eben. Also vorhin die Cousine angerufen und den morgigen Lernabend abgesagt mit dem Kommentar, dass sie aber gerne zum Klönen und für den Genuss "unseres caffelatte" kommen kann. Sie wollte sich kaputt lachen, hatte gerade erstmalig ihr Sprachlernbuch geöffnet gehabt und schlug es augenblicklich wieder zu... Also ein gemütlicher Abend morgen und eine Woche Frist für das Draufschaffen des gerundio.

Im Büro hat sich die Lage beruhigt, sowohl im Speziellen als auch im Allgemeinen. Urlaubszeit all überall? Wenig Telefon, kein Generve, da war Zeit für viele, viele Rechnungen. Mit der Kollegin läuft es auch so weit ganz gut - vor allem tut sie, was ich ihr sage und lernt kontinuierlich dazu. Ich stelle fest, dass ich ganz schön anspruchsvoll bin hinsichtlich der Arbeitsqualität; ich versuche, sie auf mein Level zu ziehen, kann ja nicht schaden ;))

Der Montagswetterbericht: Derzeit (19.20 Uhr) haben wir 28°C und Sonne, Sonne, Sonne. Er ist endlich da, der Sommer! (Viel zu heiß, aber nach dem Winter ist mir das egal.) So bald meine Pflanzen etwas Schatten haben, werde ich gießkannenweise Wasser verteilen draußen.

Sonntag, 27. Juni 2010

WM #4

Nananananahhhhhhhhhhhh *sing*
Deutschland : England 4:1
Ein tolles Spiel, tolle Technik, fair, schnell...
Die deutsche Mannschaft in Bestform.
Auf in die nächste Runde!

Eisdiät

Eingedenk der hier vorgestellten "Eisdiät" habe ich mich eben für fleißiges Gärtnern belohnt.



Selbstverständlich bin ich nicht fertig geworden, wird man das jemals bei Gartenarbeit? Trotzdem habe ich einiges zu meiner Zufriedenheit vollbracht, zwei Pflanzen versetzt, ein durchaus erstaunliches Blumenzwiebelerlebnis gehabt, allerlei Gras und Unkraut aka Wildkräuter entfernt... Bei nächster Gelegenheit geht es weiter, aber für den Moment war es genug Sonne, trotz Sonnenschutz mit Faktor 50.

Heute ist Siebenschläfertag, das lässt auf einen schönen Sommer hoffen - also jede Menge Gelegenheit für Gartenaktivitäten!

Und nun wird die restliche Zeit vor dem Fußballspiel genutzt: Ich muss noch lernen. (Auch wenn ich in letzter Zeit versäumt habe, über unsere Fortschritte zu schreiben: Ja, wir sind immer noch fleißig dabei!)

Rundgang auf der Terrasse

Seit genau einer Woche ist jetzt Sommer, und ich hatte gestern zum ersten Mal Zeit, mir mein Gärtchen in Ruhe anzusehen. Ich habe den Eindruck, ich habe alles zu sehr schleifen lassen und muss nun wieder heftig gegen die Verwilderung angehen! Das wird also gleich mein Vormittagsprogramm werden. (Nachmittagsprogramm ist natürlich Fußball!) Hier gibt es meine Bilderausbeute von gestern Abend:



Die Büschelglockenblume blüht sehr schön! (Die Discounterpflanzen sind im ersten Jahr immer sehr mickrig, legen danach dann aber mächtig los!) Sie hat mehrere Blütenstände bekommen, so dass sie eine Stütze bekommen hat (was man auf den Bildern nicht sieht).



Die Hortensie im Blumenkasten war schon beim Kauf nicht ganz klein und ist jetzt nochmal mächtig ins Kraut geschossen:





Wenn man Hortensien kauft, stehen sie immer bereits im Juni in voller Blüte, haben sie sich aber ans Freiland-Dasein gewöhnt, geht es etwas gemächlicher voran, dafür aber garantiert ohne irgendwelche Wachstumshormone!



Es dauert nun gar nicht mehr lange, bis die Malve blüht, sie ist voller Knospen. Ich überlege, ob ich eines ihrer "Kinder" umsetzen kann? Ich hätte da an anderer Stelle Bedarf.

Der Rosenstrauch biegt sich unter seiner Last:





Ich kämpfe mich zwischen Rosendornen und Lorbeerkirsche hindurch und gelange zum hinteren Teil meines Gartenlandes. Hier ist das Kleinklima ein bisschen anders, fast den ganzen Tag lang vollsonnig, der Boden etwas sandiger, und ich hatte erst im letzten Herbst das Gras entfernt - so weit möglich. Außer den inzwischen verblühten Tulpen und Krokussen hatte ich eine Menge Lavendelpflänzchen gesetzt und im Frühjahr, weil der Boden so kahl aussah, reichlich Samen aus einer Streudose "Blumen der Toskana" verteilt. Ob ich mir nun damit unbedingt einen Gefallen getan habe???











Zwischen den hoch aufgeschossenen Lavendelblüten ist wieder alles voller Gras... Irgendwie muss ich das nun managen...



Die Fingerhutsamen, die ich mir aus dem Wald mitgebracht hatte, scheinen sich gut zu entwickeln. Ich habe gelesen, dass Fingerhut im ersten Jahr die Blattrosetten ausbildet, um dann im zweiten Jahr zu blühen. Da kann ich gespannt sein, was im nächsten Jahr von diesen Keimlingen tatsächlich zu einer schönen, großen Pflanze wird! Angeblich verteilt er sich dann selber reichlich.

Zwei Schritte weiter stehe ich direkt vor der "wilden Hecke" zum Nachbarn:



Diese Hecke besteht aus allerlei verschiedenen Sträuchern, die ich erstmalig im vergangenen Jahr zu bändigen versucht hatte. Immerhin ist auch darin ein Rosenstrauch verborgen, der jetzt auf sich aufmerksam macht!

Überall wächst Weißdorn. (Ich lasse hier die Frage offen, ob es sich nicht doch um Feuerdorn handelt, immerhin blüht er so schön weiß!) Fast verblüht ist er, aber ich erwische noch etwas, das wirklich fein aussieht:



Trotz seiner Schönheit ist er eine rechte Plage, ich hatte im letzten Jahr so viel wie möglich zurück geschnitten, aber man kann zusehen, wie er in alle Richtungen wächst - was nicht ungefährlich ist, da er diese fiesen langen und spitzen Dornen hat. Hierfür bräuchte ich wirklich eigentlich ein elektrisches Gerät, das ihn einmal richtig stutzt.

Zwischen Rhododendron und Weißdorn wächst die Fuchsie bereits im dritten Jahr:



Da dieser Platz inzwischen fast nicht mehr zugänglich ist, habe ich versäumt, die alten und trockenen Zweige wegzuschneiden, trotzdem treibt sie wieder sehr gut aus und wird vermutlich im nächsten Monat blühen. (Das war ursprünglich ein "Mitleidskauf", sie stand im Baumarkt-Gartencenter traurig herum, schlecht gepflegt und halb vertrocknet.)

Von den Frühjahrsblumen sind noch die Traubenhyazinthen da: Verblüht und bereit, Samen zu bilden, sehen sie immer noch filigran aus:



Fast habe ich meinen Rundgang fertig. Weiter vorne an der Terrasse wächst und gedeiht meine erste Hortensie, der ich seinerzeit wahrscheinlich falsch mit der Gartenschere zu Leibe gerückt war, so dass sie im letzten Jahr nur Blattwerk bildete. So freue ich mich um so mehr, dass sie jetzt voller Knospen ist:



Nun noch ein Blick nach links zur neulich erstandenen Fuchsie, sie hat sich gut eingelebt:



Und einer nach rechts zum Geranienkübel:



Den Rest habe ich ausgelassen: Nach dem Entfernen der Tulpenreste, der endgültig verblühten und verkümmerten Stiefmütterchen sowie dem traurigen Anblick der "irgendwie" nicht recht gedeihen wollenden Pflanzen von Pati (sie leben, es bleibt aber bei ein wenig grün-gelb-schlappem Blattwerk) verbleibt ein Stückchen recht kahlen Bodens... Da muss ich sehen, ob ich in Kürze etwas Passendes finde oder aus dem Bestand umsetze.

Und jetzt muss ich sehen, dass ich rauskomme, noch ist alles im Schatten, wenn erst die Sonne drauf steht, geht nichts mehr für mich ;))

Freitag, 25. Juni 2010

Von allem ein wenig

Hinsichtlich der gestern hier genannten Schwierigkeiten, die mir ein Kunde macht, fühle ich mich von meinem Chef gut unterstützt... Und als heute eine der Damen anrief, gelang es mir (und auch ihr) trotz allem, super freundlich zu bleiben - da war ein bisschen Besonnenheit gefragt. Ob jetzt die Notiz, dich ich ihm für Montag hinlegte, gefallen wird, ist eine andere Sache. Kunde bleibt Kunde, bleibt König - aber Erbsenzählerei und Mäkelei lassen wir uns trotzdem nicht gefallen. Wir sind Dienstleister und machen wirklich gute Arbeit, sowohl draußen (Monteure) als auch drinnen (Abwicklung).

Das In-der-Wohnung-der-Lady-ist-ein-Rauchmelder-defekt-Problem wird vermutlich in Kürze gelöst sein: Ich habe im Internet eine Firma gefunden, die diese etwas angejahrten Teile (es muss ja das identische Modell sein!) noch vertreibt, sofort eines bestellt und bereits eben online bezahlt - Neukunden müssen Vorkasse leisten, was mir auch nicht wirklich fremd ist. Wer jetzt übrigens meint, das müsse doch die Hausverwaltung richten, hat durchaus Recht! Allerdings ist diese spezielle Verwaltung überhaupt nicht zu gebrauchen, wir haben in der Vergangenheit uns bereits die Zähne ausgebissen an den dortigen Bürodamen. Gegen Dummheit und Ignoranz kommt man mit sachlichen Argumenten nicht weiter.

Heute dachte ich mutig daran, ein Paar meiner bisher nie getragenen Schuhe anzuziehen... Da mir gestern nach über 14 Stunden in den selben Schuhen und Sommer und Wärme meine Füße brannten und mein chronisch leicht lädiertes Knie mich ebenfalls bat, meine Absatzhöhe zu ändern, meinte ich, so einen halben Arbeitstag lang könnte das wohl gut gehen. Hmja - in 80 % aller neuen Schuhe habe ich während der ersten Tragewochen an einer Seite heftige Probleme, bin halt asymmetrisch konstruiert ;)) Nun denn, ich habe den einen Schmerz gegen den anderen getauscht und war froh, wieder zu Hause und barfuß zu sein. Immerhin habe ich gut ausgesehen.

Kolleginnen-Notiz: läuft ganz gut, ich denke, ich kann weiterhin optimistisch sein. (Es tauchen weiterhin Vorgänge auf, die die Vorgängerin komplett falsch bearbeitet hat. Weder hatte sie sie mir gezeigt, noch hatte sie dazu Fragen gestellt, und nun können wir retten, was zu retten ist.)

Woher bekommt man eigentlich qualifizierte Handwerker? Die offiziellen Wege werden nicht genommen, da diese Bewerber entweder nur einen "Stempel" als Nachweis für eine Bewerbung suchen oder ungenügend qualifiziert sind. Nun sage hier keiner "selbst ausbilden" - das machen wir bereits, ist aber höchstens eine langfristige Maßnahme...

Was jetzt noch fehlt, ist der Wetterbericht :))
Sommer, über 20°C, Sonne - so kann's bleiben!

Mittwoch, 23. Juni 2010

WM #3

Ghana : Deutschland 0:1
Deutschland ist im Achtelfinale!
Ein spannendes Spiel, wenig gefoult, nur je eine gelbe Karte pro Team - und ein starker, ernst zu nehmender Gegner! Aber: Es hätte besser sein können, viele Chancen, die am Ende verheizt wurden. Egal - mein Adrenalinspiegel kann sich jetzt beruhigen...
Bester deutscher Spieler: Torwart Neuer.

Montag, 21. Juni 2010

Pünktlich zum Sommeranfang

... benahm sich heute das Wetter gut. Sonnig und angenehm warm, so konnte ich heute Abend endlich ein bisschen auf der Terrasse werkeln: Einiges an Gebüsch breitete sich schon wieder so urwaldmäßig aus und drohte, allem anderen Grün Licht und Luft zu nehmen. Jetzt sieht es zwar stellenweise sehr nach Kahlschlag aus, aber das gibt sich ja wieder eher als mir lieb ist. Festgestellt, dass ich noch gut ein paar Blühpflanzen gebrauchen könnte. Ist klar :))

Heimlich, still und leise hat der Rosenstrauch begonnen zu blühen, und dort sind die Äste so schwer geworden, dass sich alles weit nach unten neigt. Ich schlussfolgere, ich muss nächstes Mal noch mehr zurück schneiden. Aber erstmal lass ich blühen, was blühen mag:



Inzwischen hat es sich bezogen und es sieht mal wieder nach Regen aus. Da kann ich aufs Gießkanneschwenken wohl verzichten.

Samstag, 19. Juni 2010

Hochzeits-TV live

14.51
Das ist natürlich ganz viel für das kleine Mädchen in mir: Europäischer Hochadel (wusste gar nicht, wen es da alles gibt) und massenweise Traumkleider, Diademe, Männer in Uniform.

Leseempfehlung des Tages: "Desirée" von Annemarie Selinko. (So kam Major Bernadotte auf den schwedischen Thron.)

15.20
Es erscheinen die gekrönten Häupter auf dem blauen Teppich (kein roter!)... wie lange ist es her, dass ich sie gesehen habe? Alles ältere Herrschaften, die sich sympathisch normal geben.

Ich habe bestimmt seit 30 Jahren keinen Blick mehr in die Klatschpresse getan, und ganz "plötzlich" sind die Kinder alle erwachsen und heiraten... kann mich noch an Victoria als blondgelocktes Kleinkind erinnern...

15.30
Daniel auf dem Weg zur Kirche - winkt, winkt, winkt.

Spannung. In der Kirche warten alle auf König Carl Gustav und Victoria.

Silvia sieht so toll aus...

15.44
Komme mir vor wie im Märchen. Die Blumenkinder - alles kleine Prinzen und Prinzessinnen - waren süß... Victoria ähnelt sehr ihrer Mutter. Nett, wie der König seine Tochter an Daniel übergeben hat. Das war ja ein sehr umstrittener Punkt im Protokoll, mit dem sich Carl Gustav durchgesetzt hatte, wirkte aber sehr sehr sympathisch.

Jetzt wird erstmal gesungen. Das arme Brautpaar muss die ganze Zeit stehen und milde lächeln. Haben die Beiden kein Lampenfieber?

15.55
Der frisch getraute Daniel hat sich gerade ein Tränchen weggewischt...

16.04
So ein bisschen sieht Victoria aus als wolle sie sagen "seht her, ich hab's geschafft!"

Es folgt die Predigt. Zum ersten Mal "Prinz Daniel" gehört.
Ich mache nebenbei Fotos vom TV...

16.10
So herrlich normal: Da hat die Kronprinzessin ihrem Mann zugezwinkert während der Predigt. Überhaupt scheint mir diese Hochzeit trotz Prunk und Pomp *irgendwie* so erfrischend normal zu sein. Modernes Märchen?

16.17
Ein ganz hervorragendes Lied -habe nicht aufgepasst, wie es heißt und wer singt. Wer rechnet denn mit so einem tollen Song? Romantische Pop-Ballade. Gefällt mir.

When you tell the world you're mine.

16.37
Volksfest mit public viewing in Stockholm.
Kutschfahrt mit viel Gewinke. Das Volk jubelt, von Balkonen werden Fahnen geschwenkt.

17.00
Man hat bei Königs einen Ehevertrag geschlossen, Daniel bekommt nix, wenn's schief geht? Egal, natürlich geht nichts schief *hoff*

Monarchie akttraktiv und preiswert, sagt gerade der Sprecher, Kosten nur 2 bis 2,5 Millionen, wovon das Königshaus die Hälfte bezahlt hat.

Hinweis auf www.zdf.de - okay.

Was wollte ich jetzt eigentlich sagen? Achso, man fährt immer noch Kutsche, inzwischen scheint die Sonne wieder und gleich wird die Schaluppe bestiegen. Das Wort "Schaluppe" ist ja ohnehin nicht besonders gängig, aber heute habe ich es so oft gehört, dass der Vorrat für ewig reicht :))

Oh, man verlässt die Kutsche. Muss weiter gucken.

17.24
Habe mir erstmal ein Käffchen gemacht, habe ich etwas verpasst? Hab' gerade noch ein paar Salutschüsse gehört.

17.27
Oh man, sie winken immer noch... fällt Victoria nicht bald der Arm ab? Als künftige Königin muss man wohl auch leiden, und wenn's ein tauber Arm wird.

17.40
Man hat die Schaluppe verlassen und schreitet gemessenen Schrittes zum Schloss, wo die Brauteltern und Gäste warten.

Was kommt jetzt?

Begrüßung und Umarmung durch die königlichen Eltern.
Man winkt dem Volk zu, Ich sehe immer die Schwedenflagge wedeln.
Jubel und Geklatsche von den Royals.

1.200 Gäste waren in der Kirche, jetzt sind "nur" noch 400 da, die auch später mitfeiern.
Nase pudern? Danach soll wieder gewunken werden. Und der offizielle Hochzeitskuss fehlt noch.

Man schreitet jetzt eine riesige Treppe hinauf.

17.51
Help, meine Statistik expoldiert... Alle suchen nach dem Liebeslied - sorry, das gibt's hier nicht, ich habe es ja selber vorhin zum ersten Mal gehört!

Im Moment gibt es kleine Rückblicke, sowohl auf die Hochzeit von Königin Silvia als auch auf die Trauung von vorhin. Pausenfüller.

17.55
Das Schloss hat 624 Zimmer, da dauert es, bis das jungvermählte Paar auf dem Balkon erscheinen kann. Schließlich muss erstmal der Weg dahin gefunden werden :))

18.09
Da stehen sie auf dem Balkon und winken.
Neun Chöre und einige hundert Sänger machen 16 Minuten Musik. Plus Brautmarsch plus Nationalhymne. Anstrengend.

18.24
König Carl Gustav hält eine Rede!

18.25
Und Victoria jetzt auch. Nett.

Nett ist eigentlich untertrieben. Sie hat das eben ganz großartig gemacht und sich beim schwedischen Volk für ihren Mann bedankt - einen Mann aus eben diesem.

Schafskaltes Wochenende

Kalt, windig, grau und regnerisch - dann werde ich mich nachher vielleicht mit Fremd-Glamour berieseln lassen: mit der königlich-schwedischen Hochzeit.

Freitag, 18. Juni 2010

WM #2

Deutschland - Serbien 0:1 verloren...

Dank eines Zahnarzttermins konnte ich nur die letzten 20 Minuten sehen. Die Mädels in der Praxis schockten mich schon mit der Nachricht vom Tor der Gegner, aber man soll ja die Hoffnung nie aufgeben. Zuhause angekommen, TV eingeschaltet - und ich war entgeistert: Was war denn das für ein Chaos-Spiel? Und Klose war vom Platz?
Aber ich meine mich zu erinnern, dass es in der EM auch mal so einen schlechten Lauf gegeben hatte, danach hatten sich die Jungs doch auch wieder gefangen?
Also: Das nächste Spiel wird gewonnen!

(Übrigens halte ich nicht viel davon, dass Herr Löw seinen Unmut immer so deutlich zeigt, seine Freude aber immer zu kaschieren scheint... Ob er nun derjenige sein kann, der die Spieler wieder aufrichten und motivieren wird?)

Mittwoch, 16. Juni 2010

Fleißig

... bin ich heute Abend gewesen. Keine Ahnung, woher ich plötzlich die Energie hatte, aber jetzt ist sie ganz klar verbraucht.



Bei all' den vielen Gartenbildern und -berichten kommen hier aber auch die Zimmerpflanzen nicht zu kurz. Besonders freut mich, dass jetzt - nach ungefähr einjähriger Pause - meine weiße Orchidee zu blühen beginnt:



Im letzten Jahr hatte sie ja irgendein "wolliges" Ungeziefer, dann, da ich sie leichtsinnigerweise nach der Behandlung gegen selbiges ein paar Tage auf der Terrasse stehen lassen hatte, einen Sonnenbrand - ist klar, da hätte ich auch als Pflanze keine Blüte angesetzt! Aber nach reichlich Hege und Pflege geht es ihr wieder bestens.

Morgen kommen dann vermutlich wieder Gartenbilder, aber für heute ist hier Schluss. Gute Nacht!

Altlasten und neue Eindrücke

So nach und nach kommen Dinge zum Vorschein, die die "gewesene" Kollegin bearbeitet hatte... Es ist schon ganz richtig, dass es eine Veränderung gegeben hat!

Ich denke, mit der "Neuen" wird es deutlich besser. Allmählich wird sie lebhafter. Heute habe ich sie "überschüttet" mit allerlei verschiedenen Arbeiten, es gibt einige Sachen, die nicht täglich zu machen sind, da ist es am besten, sie lernt diese Dinge immer sofort kennen. Sie zeigt sich willig, macht absolut alles, was und wie sie soll. Vor allem stellt sie Fragen und zeigt Interesse, zweifelt nicht an der Wichtigkeit der Dinge und ist insgesamt "umweltverträglich." Bisher gab es keinerlei Merkwürdigkeiten. Und ich komme jeden Tag ein wenig mehr dazu, meine eigene Arbeit zu erledigen und den Rückstau etwas abzuarbeiten.

Eben gelesen

Ein Anschlag zwischen Bahnhof und Bushaltestelle teilte mir mit: Schildkröte gefunden. Sie lebt, ist wohlauf und wartet...
Nun überlege ich, seit wann es wohl frei laufende Schildkröten gibt und warum sie wohl weggelaufen ist - von Katzen kennt man das ja, aber eine Schildkröte?

Immerhin: Kein Krötenwetter heute, tatsächlich sonnig und fast warm (außer morgens). Einziger Nachteil: Ich sehe allzu deutlich, dass ich gleich Fenster putzen muss :))

Montag, 14. Juni 2010

Büronews

Eigentlich keine.

Zum vermutlich grenzenlosen Erstaunen der Kollegin mit jemandem "fürchterlich" gelacht. Muss auch mal sein. War Insiderspaß, kann man nicht erklären, weder ihr noch hier.

Ausnahmsweise mal einen Haufen Papier weggearbeitet und nebenbei die Kollegin beschäftigt gehalten.

Atmosphäre: freundlich.

Kalt und ungemütlich

Das Wetter eiert temperaturmäßig irgendwo zwischen 15 und 20°C herum, ich friere den ganzen Tag lang. Außerdem macht Gartenarbeit keinen Spaß, wenn alles kalt und grau ist...

Letztens gab es ja ein paar Sonnentage, und die Passionsblume schickte sich an, immer mal wieder eine neue Blüte zu produzieren:



Heute überraschte mich die nicht blühen wollende Hortensie damit, dass sie nun doch vor sich hin knospt - in etwa so unerwartet, wie ein Schachtelmännchen auf einer Sprungfeder aus dem Kasten kommt. Und das, wo das Wetter... lassen wir dieses unerquickliche Thema einfach sein.


Sonntag, 13. Juni 2010

WM #1

Mitgefiebert, mitgefreut: 4:0 gegen Australien.
Und jetzt weiter so!

Freitag, 11. Juni 2010

Ob es dieses Mal besser geht?

Um hier die Frage aus dem letzten Kommentar aufzugreifen und weil es noch ein bis drei andere Personen interessiert:

Ich vermute jetzt mal: Ja. Nach dreieinhalb Tagen lässt sich das natürlich nicht wirklich sagen, und ich muss mich ja auch an eine neue Menschin an meiner Schreibtischseite gewöhnen... Immerhin, sie gibt sich Mühe, stellt die richtigen Fragen und schreibt allerlei mit. Wenn sie nicht mehr weiter weiß, kommt sie auf mich zu. Anstatt mich aus meiner Konzentration zu reißen, dreht sie sich einfach zu mir, guckt mich an und wartet. Zuerst fand ich das seltsam - bis mir einfiel, dass ich es normalerweise genau so bei Chef und Kollegen mache. Also höflich.

Seit heute geht sie mit ans Telefon. Natürlich weiß sie da oft nicht weiter, aber sie sagt dann kurz, dass sie "neu" ist und sich noch nicht auskennt, wir aber zurückrufen werden. Das ist ganz in Ordnung.

Manchmal macht sie etwas Anderes als das Besprochene - und ich warte vergebens auf "meinen Einsatz", das müssen wir (muss ich?) besser kommunizieren.

So weit scheint alles im grünen Bereich zu sein. Allerdings ist sie an allen drei Tagen auffallend zu spät gekommen. Ich habe sie vorsichtig darauf angesprochen - das ist hoffentlich besser, als wenn's "von oben" kommt. Ab nächster Woche beginnt sie eine halbe Stunde vor mir (normal bei uns, dass wir etwas zeitversetzt arbeiten, damit das Telefon länger besetzt ist), ich hoffe, dass das dann klappt und sie so weit jetzt mit den morgendlichen Routinen vertraut ist.

Meine Arbeit wächst mittlerweile zu einem scheinbar unüberwindlichen Berg an und ich bin - selbst jetzt, obwohl der Freitag immer nur ein halber Tag ist, fix und fertig. Wenn sich aber irgendwann zeigt, dass es "läuft," hat sich die Mühe dann gelohnt.

Dies war das Wort zum Sonnabend.

Mittwoch, 9. Juni 2010

Geschafft

Völlig erledigt bin ich heute Abend nach dem ersten Einweisungstag einer neuen Kollegin. Über den Tag verteilt habe ich wohl maximal 2 oder 3 Stunden eigene Arbeit machen können, ansonsten habe ich an ihrem PC hospitiert sowie erklärt, erklärt, erklärt. Daran führt kein Weg vorbei und ich möchte mich auch gar nicht beklagen - es ist einfach nur mega anstrengend. (Mein Schreibtisch ist jetzt so voll, dass ich nach einem freien Plätzchen für Block und Stift suchen muss.) Ab morgen muss bitte die neue Kollegin auch mit ans Telefon gehen.

Als Folge der Erschöpfung habe ich dann auf meinem Einkaufsweg mein Antihistaminikum vergessen und muss morgen schon wieder auf dem Heimweg Zwischenstopp in Harburg einlegen. Unglaublich, aber wahr: Es gibt dort eine Apotheke, die mit allen frei verkäuflichen Medikamenten generell 30 % unter den normalen Preisen liegt. Dafür lohnt sich die Zwischenstation natürlich, aber ich hatte das heute erledigen wollen!

Nach einem schwülwarmen Tag ist übrigens jetzt draußen Weltuntergang.

Dienstag, 8. Juni 2010

Und warum fühl ich mich jetzt so richtig mies?

Gegen 15 Uhr muss sie ihr Gespräch gehabt haben, denn die nächste Stunde hat sie nicht ein Wort gesprochen. Letzte Vorgänge bearbeitet, mir einen kleinen Rest übergeben, danach sich verabschiedet. Bis dahin hatte sie sich im Griff, aber dann... liefen die Tränen. Sie tut mir leid. Aber sie hatte ihre Chance gehabt. Und mein Chef hat diesen Schritt nicht gern getan... andererseits: Es ging einfach nicht.

Warum ich mich jetzt allerdings schlecht fühle, erschließt sich mir nicht.

Morgen beginnt eine neue Kollegin, die genau so heißt wie die langjährige Ex-Kollegin. Und ich beginne von vorn mit der Einweisung. Möge dieses Mal bitte alles auf fruchtbaren Boden fallen. (Die Möglichkeit wäre gegeben, immerhin hat sie meinen gleichen Schulabschluss und in der Vergangenheit ähnliche Sachen gemacht wie ich, ist nur allerlei Jahre jünger als ich.)

Genug nachgedacht, gleich kommt la cugina per imparare l'italiano, werde schon mal den caffellatte vorbereiten...

Montag, 7. Juni 2010

Veränderung

Morgen wird es eine Veränderung geben. Ich weiß zwar, was passieren wird, aber nicht wann genau und schon gar nicht, wie es aufgefasst werden wird - heldenhaft, mit hoch erhobenem Kopf oder am Boden zerstört? So wirklich wohl fühle ich mich nicht, wenn ich daran denke, aber der Zug ist nun mal abgefahren.

Und übermorgen dann zurück auf Start. Tief Luft holen und das ganze Programm von vorn.

Ansonsten? Regen, was sonst. Jetzt scheint er aufgehört zu haben, es wird gerade ein bisschen hell. Ein wenig durch die Gegend telefoniert, der Lady geht es gut und die Renovierungsheinzelmänner sind in B. heute endlich angefangen.

Sonntag, 6. Juni 2010

Heute ist Sommer

Das Wetter soll ja morgen schon wieder schlechter werden, aber wer fragt schon nach morgen? Heute ist erstmal ganz richtiger, echter Sommer.

Selbstredend habe ich vorhin zwei Stunden in meiner Botanik verbracht, dann war meine Grenze erreicht. Bevor ich einen Sonnenbrand oder wahlweise einen Kreislaufkollaps bekomme, habe ich mich lieber gebremst. Und natürlich wieder nicht alles geschafft, was ich gern gewollt hätte. Aber egal, ich mache hier ja kein "Gartenabitur."

Im Mai sind alle Pflanzen ganz unglaublich gewachsen - erwünschte und unerwünschte. So hat mir auch mein heiß geliebter Flieder den Zugang zu meinem Urwald versperrt. Da er jetzt aufgehört hat zu blühen, griff ich zur Machete...



Nun ging es zum hinteren Teil meines Gärtchens. Ich hatte im vergangenen Herbst viele kleine Lavendelpflänzchen gesetzt, ein Teil macht sich blühbereit, ein anderer Teil vegetiert kümmerlich vor sich hin. Woran mag das liegen? Überall hat sich wieder Gras ausgebreitet, das ist jetzt ein bisschen problematisch, denn ich kann es nicht wie gewohnt radikal entfernen: Im Frühjahr hatte ich allerlei Blumensamen verteilt, und bei einer Radikalbehandlung würde ich das, was dort jetzt wachsen mag, mit entsorgen. Immerhin habe ich die winzige Pfingstrose so halbwegs frei gelegt:



Und: Ich hatte ja nicht nur "Blumenwiese"-Samen gestreut sondern im Herbst auch allerlei andere Experimente angefangen, nämlich aus dem Wald Samen vom Fingerhut mitgebracht und verteilt.



Aber sieht so Fingerhut im Frühstadium aus?

Ähnliche Fragen stellen sich bezüglich meiner gewünschten Malven- und Stockrosenkolonien.

Heute Abend werde ich wohl die Gießkanne bemühen - außer das angesagte Gewitter kommt...

Ich schrieb ja schon von meinem Erfolg hinsichtlich des großen Benjamins, ich habe hier mal versucht, die winzigen neuen Blätter abzulichten:



Zugegeben, in dieser verkleinerten Darstellung ist wieder nichts zu sehen. Gegebenenfalls draufklicken...



Hier in der Bildmitte steht mein Geldbäumchen, dem geht es richtig gut - und es ist völlig anspruchslos, ganz gelegentlich bekommt er ein wenig Wasser, das war es schon. (Der "Mutter-Geldbaum" steht in B. bei der Lady und ist wirklich ein richtiger Baum.)

Neues von der zweifarbigen Schefflera, die bereits den letzten Sommer draußen verbringen durfte:



Na klar, sie wächst und gedeiht, bekommt noch mehr Triebe und Blätter - so wird der Stamm irgendwann mittig nicht mehr kahl sein. (Oben sind viele Blätter und unten "büschelt" es auch so vor sich hin.)

Zu guter Letzt noch die letztens übernommenen verblühten Hortensien:



Ich wollte sie eigentlich weiter hinten in meiner Botanik platzieren, allerdings brauchen sie so viel Wasser und ich könnte sie dann evtl. aus dem Blick verlieren... Meine Terrasse füllt sich mit Kübeln und Töpfen, bald habe ich kaum noch Platz für mich!

Aktuelles Problem: Ameisen! Nachdem es mir vorletztes Jahr gelang, die Kolonie, die unter den Steinplatten lebte, zu vertreiben, war sie im letzten Jahr bereits umgezogen ins vordere Pflanzbeet mit dem zweifelhaften Erfolg, dass sie den Blumen schadeten, sie hatten sich ihre Heimat wohl im Wurzelwerk eingerichtet. So einige Fleißige Lieschen waren daran gestorben. Und gestern sah ich, dass jetzt wohl die Hornveilchen daran glauben müssen! (Nicht, dass jetzt noch Hornveilchenzeit wäre, aber ich lasse immer alles so lange stehen, bis es seine Zeit hinter sich hat...) Also beginne ich wieder damit, ihnen diesen Platz ungemütlich zu machen. Wo sie dann wohl im nächsten Jahr auftauchen werden?

So, liebe Leser, ich habe noch anderes zu tun... Einen schönen Sonnensonntag wünsche ich!

Samstag, 5. Juni 2010

Froh, froher, am frohesten

Heute durfte ich O.s Anwesenheit für ein paar Stunden genießen: Es entwickelt sich alles so unglaublich positiv! Als wenn er langsam und sicher seinen Akku wieder aufgeladen hätte. Für mich ganz viel Grund zur Freude!

(Insider)

Freitag, 4. Juni 2010

Schlampenladen VHS

Als die Cousine und ich neulich beschlossen, aus dem Kurs auszusteigen, hatte sie per Mail die VHS darüber informiert, uns also abgemeldet.

Und eben rief die Lehrkraft an, um mir mitzuteilen, dass der nächste Kursabend ausfallen würde! Die VHS hat die Abmeldung nicht an die Lehrerin weiter geleitet. Das finde ich unmöglich!

Selbstredend kam jetzt die Rückfrage, warum wir nicht mehr kommen. Ich habe eine abgeschwächte Version gebracht. Also ganz sachlich etwas von "wir sind eine andere Lernmethode mit mehr erklären, sprechen, wiederholen gewöhnt" und dass man keine Sprache lernen kann, wenn man frustriert oder verärgert ist und dafür noch lange Wegezeiten in Kauf nimmt.

Ich musste wirklich aufpassen, wie ich das ausdrückte - es hätte ja keinen Sinn gehabt, Frau M. nun im Nachhinein noch zu verärgern. Aber es mag ein Denkanstoß für sie sein. Whatever.

Weigelie und andere Worte der Woche




Dieses Bäumchen ist endlich identifiziert als Weigelie. Frau lernt immer noch dazu!
Als Kind konnte ich zweifelsfrei unterscheiden: Bäume und deren Blätter, heimische Singvögel, Wild- und Wiesenblumen, Pilze (die nicht unbedingt zuverlässig, aber wir wollten sie ja auch nicht essen) und alles, was in der Nordsee lebt. (Lebte? Lebt dort überhaupt noch etwas? Muss mal irgendwann nachsehen.) Den hier anwendbaren Teil dieser Kenntnisse konnte ich an meine Nachkömmlinge weitergeben - und heute wundern sich ihre Freunde: "Was Ihr alles wisst!" Empfehlung: weg von TV, PC, vom Sofa... geht mit Euren Kindern raus, zeigt, erklärt...! Macht Spaß, wirklich.

Mein wichtigstes Wort der Woche: Wertschätzung. Auch ohne weitere Erklärung immer gut.

Lebensmittel der Woche: Salat!

Donnerstag, 3. Juni 2010

Hachja: Fußball

Rein zufällig habe ich mich vorhin in die zweite Halbzeit des letzten Freundschaftsspiels vor der WM hineingeschaltet - und musste einfach bis zum Ende zusehen! Ein gutes Spiel, viele für mich neue Gesichter - aber auch viele, die ich in guter Erinnerung habe. Bei der letzten WM noch ganz junge Spieler sind plötzlich erwachsen geworden und schaffen es sogar, bei nachfolgenden Interviews zusammenhängende Sätze von sich zu geben ;) Man darf gespannt sein!

Mittwoch, 2. Juni 2010

Langweilig

... hier andauernd mit Gartenbildern geflutet zu werden?

Natürlich gäbe es auch noch andere Themen, aber ich übe gerade bzgl. der Arbeitssituation besondere Zurückhaltung, was mir gar nicht so leicht fällt. Es gerät etwas in Bewegung, da bin ich ein paar Tage lang besser still. Ansonsten wusel ich mich so durch, und es gelingt wundersamerweise ganz gut.

Jetzt nur noch die Notiz, dass die Lady sich endlich aus dem sonnigen Süden (30°C, da war die Umstellung nicht einfach!) gestern gemeldet hat.

Der Sommer...

... ist seit heute Mittag im Anmarsch. Fast mag man es nur ganz leise flüstern, um ihn nicht gleich wieder zu vertreiben. Kaum zu glauben, es war noch am Abend warm draußen; da ist wohl jedem hier klar, dass es mich auf die Terrasse zog.

Ohne vom Aufwand her gleich zu übertreiben, habe ich ein wenig gewerkelt. Hauptsächliches Anliegen war das Einpflanzen der mütterlichen Hortensien in kleine Kübel, sie hatten nun seit einer Woche darauf gewartet - bei Wind und Regen.

So sehen sie heute Abend auch nur halb lebendig aus, und ich habe auf "Beweisfotos" verzichtet. Allerlei Anderes habe ich aber selbstverständlich festgehalten. Warum sollte der Juni auch fototechnisch anders beginnen als der Mai aufgehört hat ;)

Die ausquartierte Passionsblume ist dabei, ihre erste Blüte zu öffnen, ...



... obwohl ich der Meinung bin, sie sollte sich erst einmal mehr Blätter wachsen lassen. (Aber warum sollte sie auf mich hören, bin ich Pflanze oder sie?)



Die erste Geranienblüte öffnet sich ...



... und die Blätter bekommen schon wieder den Anschein einer deutlicheren Zeichnung, da hat die jetzt erst kurze Frischluftkur bereits Wunder gewirkt:



Der letztens hier erwähnte kleine Baum ist jetzt voller Blüten:



Vor zwei Jahren hatte er einen einzigen Zweig mit Blüten, nicht mehr, und ich hatte das Gewächs, das ein recht sperriges Ungetüm werden wollte, sehr heftig zurück geschnitten. Ansonsten nicht viel gemacht, nur allgemein überall etwas für Ordnung gesorgt und mich bemüht, den Boden zu verbessern... Hat genützt, wie man sieht! (Wer sagt mir nun, wie das Teil heißt?)



Hier sind jetzt meine Benjamin-Bäumchen. So aus der Entfernung kann man nicht sehen, dass sie sich tatsächlich erholen. Leider hatten sie ja noch Nachtfrost abbekommen, zahlreiche Blätter sind zur Hälfte erfroren. Das sieht nicht besonders schön aus, zumal der große ohnehin dank meines radikalen Rückschnittes recht kahl ist, ...



... aber was aus dieser Entfernung unbemerkt bleibt, ist die Tatsache, dass überall ganz winzige Blättchen wachsen. Je länger ich das fast kahle Gewächs betrachte, desto mehr sehe ich es sprießen.

Ich möchte jetzt gerne irgendwas hochtrabendes schreiben in der Art wie "Die Natur drängt immer zu ihrer besten Form" - aber so wirklich will mir das gerade nicht gelingen :))

Was aber passt: Licht, Luft, frische Erde, Wasser, etwas Dünger und Ruhe scheinen es meist zu richten.

So einen Anblick abends um acht hätte ich noch vor kurzem nicht für möglich gehalten: